09.06.2020 13:22 Uhr

Til Schweiger über falsche Kollegen und Xavier Naidoo

Star Press / Cinnemon Red

Deutschlands erfolgreichster Filmemacher Til Schweiger spricht mit seinen engen Freunden oft über seine vermeintliche Sehnsucht nach Anerkennung. Doch er will sich treu bleiben und kein falsches Spiel spielen. Wie manche Kollegen.

„Ich habe ständig damit zu tun, meine ältesten Freunde von früher zu trösten. Die meinen: Til, das ist unfair, wie du dargestellt wirst. Ich sage dann: Leute, es ist halt so, und solange mich das nicht kaputtmacht, müsst ich euch damit nicht befassen. Entspannt euch“ sagt Schweiger im aktuellen Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Hamburger hat sich von dem Wunsch verabschiedet, von allen Kritikern in Deutschland geliebt zu werden. „Wenn du das machst, musst du dich aufknüpfen, da habe ich keine Lust drauf.“

Til Schweiger über falsche Kollegen und Xavier Naidoo

Auch für Scherze zu haben: Til Schweiger. Foto: Starpress/AEDT

Naidoo-Lieder noch nie gehört

Das falsche Spiel einiger Kollegen will der inzwischen 56-Jährige nicht mitmachen: „Ich kenne einige Schauspieler, auch Schauspielerinnen, die drücken auf den Knopf und sind die coolsten, kollegialsten Menschen, die sich für den Erfolg anderer Kolleginnen sowas von freuen. Die können das. Ich kann es nicht.“ In dem Moment der gespielten Höflichkeit „geht meine Stimme hoch, dann werde ich nervös, dann gucke ich auf den Boden.“

Auf die Frage, warum er sich mit dem umstrittenen Sänger Xavier Naidoo solidarisierte, als dieser wegen fremdenfeindlicher Aussagen scharf kritisiert wurde, gesteht Schweiger im Zeit-Interview, blind Partei ergriffen zu haben: „Ich habe seine Lieder nicht gehört. Das ist ein Vorwurf, den kann ich mir selber machen.“ Sein Vater habe ihm Links aus dem Internet geschickt zu den Videos Naidoos und gesagt: „Til, pass mal auf, was du hier sagst.“ Wenn alle auf einen draufhauen, sagt Schweiger, habe er „automatisch das Gefühl, mich hinter den stellen zu müssen.“ „Das klingt jetzt komisch, aber ich mag den Kerl so gern, dass ich mir diese Lieder gar nicht anhören will.“