04.11.2020 11:45 Uhr

Till Lindemann: „Ich habe mich oft gefragt, warum ich mir das antue“

imago images / STAR-MEDIA

Till Lindemann hat immer einen Notizblock und einen Edding dabei, wenn er länger unterwegs ist. „Wenn mir etwas einfällt, eine Idee, eine Textzeile, schreibe ich es auf“, verriet der Frontmann der weltweit am erfolgreichsten deutschen Band Rammstein jetzt dem Magazin „Playboy“.

Erfolge sind nicht selbstverständlich

Dabei seien seine eigenen Welterfolge mit Rammstein für Lindemann nicht ausschließlich angenehm. „Ich nehme das mit ganz, ganz viel Demut auf. Und mir macht das auch ein bisschen Angst. Es bringt Verantwortung mit sich und extremen Druck. Da kommen auch Versagensängste auf: Können die Shows stattfinden, bleibst du gesund, funktioniert das alles? Das ist nicht schön. Aber trotzdem freut man sich ganz doll und bereut es nicht.“

Nächtelang ohne Schlaf

Neben der großartigen musikalischen Leistung sieht der 57-Jährige im Erfolg von Rammstein aber vor allem auch auch eine menschlich-soziale: „Jeden Euro haben wir nicht fu?r die geilen Songs verdient, sondern weil wir zusammengehalten haben“, sagte Lindemann in der jetzt erschienen Dezember-Ausgabe des Magazin. „Die Ängste und Nöte, das Hoch und Runter, Streite, Eifersüchteleien und Neid. Nächtelang nicht schlafen können, weil man sich fragt, ob man sich durchsetzt oder einfügt. Die Gewissenskonflikte, die Psychodramen. Ich habe mich oft gefragt, warum ich mir etwas antue, das die Seele so aufreibt, und nicht einfach was anderes mache.“

Till Lindemann: „Ich habe mich oft gefragt, warum ich mir das antue“

NG Verlag

Bildband „Amazon“

Übrigens: Gerade ist der Bildband „Amazonas“ über eine Bootstour von Till Lindemann und Joey Kelly im National Geographic Buchverlag erschienen.

Die beiden Musiker sind zwei Männer der Extreme: Der eine Sänger bei „Rammstein“, der in seinen Texten provozierende wie feine Töne anschlägt; der andere Mitglied der Kelly Family und Ausdauersportler. Beide sind gern auf dem Wasser unterwegs und folgen wie schon bei ihrer Yukon-Reise dem „Mythos“ eines legendären Stroms. Exklusive Fotografien von Thomas Stachelhaus und Matthias Matthies erzählen von den Abenteuern auf dem Río Yavarí, einem unberührten Seitenarm des Amazonas.

Der Band im außergewöhnlichen, bibliophilen Ausstattung im opulenten Querformat enthält außerdem Gedichte von Till Lindemann und ein Interview mit beiden Künstlern.

ISBN-13: 978-3-86690-705-8, Preis: 79,00 Euro