30.03.2020 20:34 Uhr

Tim Mälzer: „90 Prozent in der Gastronomie könnten arbeitslos werden“

imago images / Chris Emil Janßen

Der Hamburger Star-Koch Tim Mälzer gibt eine dramatische Einschätzung der Lage während der Corona-Pandemie und hat jetzt drastische Rettungsmaßnahmen von Landes- und Bundesregierung gefordert. Da sämtliche gastronomische Einrichtungen der Bundesrepublik geschlossen sind, es sei denn sie organisieren einen Ausser-Haus-Verkauf, bleibt die Frage: Wie soll dass die Branche überstehen?

Im täglichen Podcast von „Stern“ und RTL „Wir und Corona“ sagte der 49-Jährige: „Ich würde sagen, dass 90 Prozent aller gastronomisch beschäftigten Menschen Gefahr laufen nach der Krise arbeitslos zu sein, wenn man den Unternehmern den Geschäftssinn und Zweck nimmt und die Möglichkeit, dieses Geschäft auszuüben.“

Visionen müssen her!

Die Zahlung von Kurzarbeitergeld, Krediten oder Mietstundungen könnten nicht über die Krise hinweghelfen. Mälzer dazu: „Wir erwarten nicht die eierlegende Wollmilchsau und auch nicht, dass man uns jegliche Form des Risikos abnimmt. Aber schon, dass man uns auf der einen Seite als Unternehmer eine Vision gibt, dass wir in der Lage sind, in der Krise weiterzuarbeiten“.

Rund 2,4 Millionen Menschen arbeiten dem „Stern“ zufolge in Deutschland im „Gastgewerbe“ – als Koch, als Kellner, als Barfrau. Mälzer betreibt die beiden Restaurants „Bullerei“ und „Die gute Botschaft“. Wenn nicht bald etwas passiere, dann „bin ich nicht nur unternehmerisch, sondern auch privat bankrott“, sagte Mälzer letzte Woche in der Talkshow von Markus Lanz.

Die Kosten für Miete und Personal summierten sich bei Mälzer Lokalen auf rund 15.000 Euro Verlust täglich, erzählte der TV-Koch gegenüber ‚Prominent‘. „Ich bin ein Unternehmer, aber an mir hängen sozusagen 200 Einzelschicksale dran“.

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