Sonntag, 8. Dezember 2013 16:37 Uhr

Tim Mälzer: Der Küchenbulle zieht nach zehn Jahren Bilanz

Am 8. Dezember 2003 erschien Tim Mälzer erstmals auf den TV-Bildschirmen der Nation und wollte in „Schmeckt nicht, gibt’s nicht!“ (VOX) dem Publikum beweisen, dass man aus wenigen, einfachen Zutaten ein leckeres Menü zaubern kann.

Tim Mälzer: Der Küchenbulle zieht nach zehn Jahren Bilanz

An dieser Tatsache hält Tim Mälzer („Ich bin der Jürgen Klopp in der Küche“)  auch heute noch, nach zehn aufregenden, emotionalen und erfolgreichen Jahren, fest! Vieles hat sich seit dem ersten Auftritt des jungen „Küchenbullen“ verändert. In der Fernsehlandschaft, aber auch bei Tim Mälzer selbst. Zu Beginn seiner Karriere überraschte der junge, freche Koch die Zuschauer mit seiner eher unkonventionellen Art des Kochens.

In „Schmeckt nicht, gibt’s nicht!“ vermittelte er zunächst, dass man auch als Hobbykoch oder gar Laie mit ein bisschen Fantasie positive Resultate in der heimischen Küche erzielen kann. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich die Sendung zu einem Erfolg.

Zu dieser Zeit gelingt es einem Koch zum ersten Mal, in diesem Ausmaß mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Die authentische Art des gebürtigen Elmshorners kommt an: Tim Mälzer wird zum gerngesehen Gast in Talk-Shows, Einladungen in andere Fernsehsendungen folgen. Und nicht zuletzt tragen Formate wir „Kerner kocht“ verstärkt dazu bei, dass sowohl das Thema Kochen als auch der Koch Tim Mälzer immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gelangen. Rückblickend sieht dieser diese Auftritte als den Beginn dessen, was sich in den folgenden Jahren zu einem festen Format im deutschen Fernsehen entwickelte: „Ich glaube, dass ich mit meinen Kollegen durch meinen ersten Auftritt bei Johannes B. Kerner sehr dazu beigetragen habe, dass sich Kochen überhaupt zum Entertainment im deutschen Fernsehen entwickeln konnte. In meinen Augen ist dieser Auftritt von uns, gepaart mit der Vision von Markus Heidemanns zu dem damaligen Zeitpunkt die Keimzelle aller Sendungen gewesen, die darauf folgten.“

Tim Mälzer: Der Küchenbulle zieht nach zehn Jahren Bilanz

Mit dem Wechsel in die ARD im April 2009 tritt Tim Mälzer offiziell die Nachfolge von Deutschlands bis dato bekanntestem Hobbykoch an: Er übernimmt den Sendeplatz am Samstagnachmittag von Alfred Biolek als neuer Chefkoch des Ersten Deutschen Fernsehens.

Seither ist er wöchentlich mit „Tim Mälzer kocht!“ in der ARD zu sehen, der einzigen Kochsendung im deutschen Fernsehen, bei der es ausschließlich um die Zubereitung schmackhafter Gerichte geht. Keine Show, kein Wettbewerb, keine Ablenkungen. Getreu dem Motto „das Essen ist der Star“, konzentriert sich Tim Mälzer auf das Wesentliche. In einer Zeit, in der sich im Fernsehen fast alles um die Quote dreht, stellt er bewusst das Produkt an sich in den Vordergrund. Und der Erfolg gibt ihm Recht: „Tim Mälzer kocht!“ wird seit 2009 wöchentlich ausgestrahlt und zusätzlich auf verschiedenen Regionalprogrammen der ARD mit erstaunlich guten Marktanteilen wiederholt. Trotz des nachmittäglichen Sendeplatzes hat es Tim Mälzer geschafft, mit einer Sendung, in der es einzig um das Kochen geht, bis heute erfolgreich zu sein.

Tim Mälzer verstellt sich nicht, er biedert sich nicht an und er hat klare Prinzipien: Werbeverträge mit der Lebensmittelindustrie geht er anders als viele andere Köche nicht ein. Und er schreibt seinem Publikum nicht vor, was es zu essen oder zu kochen hat. In seinen Sendungen appelliert Tim Mälzer viel mehr an die eigenen Interessen seiner Zuschauer und regt zum Nachdenken an. Und ist dabei nicht belehrend. Eine Mischung, die Seltenheitswert hat, für Mälzer aber selbstverständlich ist: „Ich komme nicht als Naseweis daher, der sich überheblich über alles stellt und sagt, wie die Dinge sein sollten. Sondern ich gucke eben auch, was wirklich machbar ist für den Verbraucher.“

Tim Mälzer: Der Küchenbulle zieht nach zehn Jahren Bilanz

In der „Greenbox“, seinem neuesten Kochbuch, stellt er ganz bewusst fleischlose Gerichte in den Vordergrund. Ein Schachzug, den man von dem „Küchenbullen“ nicht erwartet hätte. Aber auch hier bleibt Mälzer seiner Linie treu: Durch seine Dokumentationen hat er sich in der Zwischenzeit verstärkt mit Themen wie Tierhaltung oder Produktionsweisen beschäftigt. Die Forderung nach vermindertem Fleischverzehr stelle seiner Ansicht nach aber nur einen Lösungsansatz dar: „Wenn man Leute von etwas begeistern will“, so Mälzer, „muss man auch etwas Begeisterndes kreieren. Das ist mein Lösungsansatz und nicht der, über Verbote und Verzicht zu argumentieren. Daher die „Greenbox“.“

Auf einer seiner Reisen in die USA stieß er im Fernsehen auf die amerikanische Ausgabe von „The Taste“ und wusste sofort, dass er bei einer deutschen Ausgabe mitmachen wolle. In der Zwischenzeit sind die Kandidaten gefunden, die Show konzipiert und der selbsternannte „Wettbewerbstyp“ Mälzer als Juror und Teamleiter dabei. Mit dem Start von „The Taste“ am 13. November 2013 feierte ein weiteres Koch-Format im deutschen Fernsehen mit Tim Mälzer Premiere.

Kommentar von Tim Mälzer: „Generell ist es so, dass ich stolz drauf bin, dass ich 10 Jahre geschafft habe, weil man mir schon nach 3 Monaten das ‚Eintagsfliegen-Syndrom‘ vorausgesagt hatte. Mit guten Sendungen haben wir es geschafft, dass es nicht so eingetreten ist und dass wir maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Thema Kochen und Ernährung so eine Präsenz in den Medien bekommen hat.“

Fotos: DR/Ali Salehi Yavani, NDR/Philipp Rathmer, NDR/Dreysse,

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