05.08.2020 23:35 Uhr

Tot nach Po-Vergrößerung: Rapperin MC Atrevida stirbt mit 43

Wie hoch ist der Preis der Schönheit? Den Wunsch nach einem größeren Po bezahlte die Rapperin MC Atrevida mit ihrem Leben. Die Brasilianerin starb mit 43 Jahren nach einer missglückten Po-Vergrößerung.

Instagram/mc_atrevidaa

Sie wollte unbedingt einen pralleren Po und jetzt ist sie tot. Die brasilianische Rapperin MC Atrevida ist mit gerade einmal 43 Jahren nach einer missglückten Po-Vergrößerung gestorben. Das berichtet der „Daily Star UK“.

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„Brazilian-Butt“-Lift endet tödlich

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende Juli in Rio de Janeiro, wurde aber erst jetzt bekannt. MC Atrevida, die mit bürgerlichem Namen Fernanda Rodrigues heißt, hatte sich für ein „Brazilian-Butt“-Lift mit Eigenfett entschieden. Dafür wird Fettgewebe aus dem Rücken entnommen, aufbereitet und in die Kehrseite gespritzt.

Kurz nach ihrer Entlassung aus der Schönheitsklinik soll Rodrigues über extreme Rückenschmerzen und Entzündungen im ganzen Körper geklagt haben. Daraufhin wurde sie am 26. Juli als Notfall ins Krankenhaus eingewiesen . Hier verstarb sie nur einen Tag später. Die Todesursache: Eine Blutvergiftung mit Nierenversagen. Alles Komplikationen nach der Po-Vergrößerung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an ?Carol viana ela ja falou que aqui no 40Bronze a marquinha e o caô? Ein Beitrag geteilt von ?Mc Atrevida (@mc_atrevidaa) am Mär 27, 2019 um 3:58 PDT

MC Atrevida zeigte sich gerne sexy

MC Atrevida ist vor allem durch ihre auf Youtube veröffentlichten Rap-Videos bekannt geworden. Auf Instagram zeigte sich die Musikerin gerne sehr sexy und körperbetont. Sichtlich stolz zeigt sie ihren kurvigen Körper. Und ihre Bikini-Fotos beweisen: Eigentlich war Fernanda von Hause auch schon mit einem sehr ansehnlichen Hinterteil gesegnet.

Doch vor allem die Strandschönheiten an der Copacabana sind bekannt für ihr zum Teil sehr rigides Schönheitsideal. Nirgendwo sonst wird so viel gespritzt, gepusht und gesaugt wie in Brasilien. 

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Nicht der erste Todesfall

Es ist nicht das erste Mal, das ein „Brazilian-Butt“-Lift tödlich endet. In Düsseldorf ist im Juli 2019 eine 42-jährige Patientin nach einer solchen OP gestorben. Den Eingriff hatte ein Internist vorgenommen. Laut Untersuchungen soll die Patientin verblutet sein. Gegen den behandelnden Arzt wurde Anklage erhoben.

Von vielen plastischen Chirurgen wird die Methode wegen ihres Risikos generell kritisch gesehen. „Das ist eine seit fünf Jahren relativ populäre OP. Aber bei einer Mortalitätsrate von 1:3000 ist ein solcher Eingriff eigentlich kaum zu rechtfertigen“, so Professor Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. Die Sterberate sei sehr hoch.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Vc pode ir Mais Além? Basta vc querer @carolviana40deg @mc_atrevidaa Ein Beitrag geteilt von ?Mc Atrevida (@mc_atrevidaa) am Dez 15, 2018 um 10:02 PST

Giftige Substanzen ins Hinterteil gespritzt

Für noch mehr Furore sorgt vor einigen Jahren die selbst ernannte Ärztin Oneal M.in den USA. Sie spritzte ihren Patientinnen zwischen 2007 und 2010 giftige Substanzen ins Hinterteil und verklebte die Wunden mit Sekundenkleber. Gegen Geld – und ohne jegliche medizinische Ausbildung. Im Jahr 2017 verurteilte ein Gericht im US-Bundesstaat Florida die damals 36-Jährige zu zehn Jahren Gefängnis wegen Totschlags. Ein Opfer von M., die dreifache Mutter Shatarka N., war an den Folgen der Behandlung gestorben.

Unbekannte Substanzen im Fett

Wie der „Daily Star UK“ berichtet, soll auch die Fettabsaugung von MC Atrevida nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Sie soll von einem Gynäkologen vorgenommen worden sein. Die behandelnden Ärzte der Musikerin sollen zudem gesagt haben, dass Fernanda noch leben könnte, wenn sie früher medizinisch behandelt worden wäre. Besonders pikant: Das Fett, das ihr aus dem Rücken entnommen wurde, soll mit unbekannten Substanzen angereichert und so verunreinigt worden sein.

War es Pech, Schicksal oder doch ärztliches Versagen? Das soll jetzt eine Untersuchung des Falles ergeben. Für MC Atrevida kommt das Ergebnis aber definitiv zu spät.