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Donnerstag, 14. März 2019 23:10 Uhr

„Trautmann“: David Kross versagt als deutsche Torwartlegende

Foto: SquareOne Entertainment

Regisseur Marcus M. Rosenmüller ist Bayer und dreht gern Filme rund um das Credo „Mia san mia“, z.B. in „Wer’s glaubt wird selig“. Jetzt hat sich der Regisseur über die bayrische Landesgrenze geschaut und es thematisch ein paar Nummern größer versucht: Heute startete das Biopic um die deutsche Fußballlegende Bert Trautmann in den Kinos. Wir haben uns den Streifen bereits auf der diesjährigen Berlinale angesehen.

"Trautmann": David Kross versagt als deutsche Torwartlegende

Foto: SquareOne Entertainment

Im 2. Weltkrieg gerät der Fallschirmjäger Bert Trautmann (David Kross, 28, „Der Vorleser“, „Knallhart“) in englischer Kriegsgefangenschaft. Trautmann ist blutjung und hat sportliches Talent für Fußball. Er wird recht schnell von Jack Friar (John Henshaw) entdeckt, der dringend einen Torwart für seinen Verein sucht. Denn der, der gerade das Tor hütet ist ein Fliegenfänger, ein Albtraum für jeden Fan, denn er lässt es einfach jeden Schuss durch. Kein Ehrgeiz hat er, aber woher Männer in Kriegszeiten für das Tor herzaubern? Der Trainer ist wild entschlossen, den Kriegsgefangenen für sein Fußballfieber zu nutzen. Nun ist es nicht gerade üblich, dass englische Fußballvereine deutsche Kriegsgefangene in ihrem Fußballteam aufnehmen und doch ist die Geschichte so passiert. Das Biopic um den genialen Keeper Trautmann beginnt beim Bolzen hinterm Gefangenenzaun.

Gelungener Karrierestart sieht anders aus

Die Briten mögen die Deutschen zwar nicht, wissen aber wohl Qualität im Tor zu schätzen. Trautmann unterschreibt bald bei Manchester City, einem Club, der in der 1. Liga ordentlich mitmischt. Die Engländer schäumen vor Wut, ein Deutscher in der eigenen Mannschaft – das geht gar nicht. Aber wie im richtigen Leben bröckelt das Feindbild, wenn man genauer hinschaut und manchmal hilft es auch, sich etwas Schönzureden.

Die Mischung soll es richten: Ein Sportlerherz aus Gold oder zumindest auf dem rechten Fleck, eine neue Liebe zur Trainertochter Magaret (Freya Mavor) und dazu die überzeugende Leistung auf dem Rasen. Ein paar Jahre später, 1956, während des FA-Cup-Finales wächst Bert Trautmann als Keeper über sich hinaus, dass er zu recht zu für alle Zeiten im Sportler-Olymp verweilen darf. Nun, die Leistung des echten Trautmanns hat Sportgeschichte geschrieben und für die, die noch nie davon gehört haben, hier auch nicht erwähnt. Was wurde aus der Geschichte gemacht?

"Trautmann": David Kross versagt als deutsche Torwartlegende

Foto: SquareOne Entertainment

Langatmig und vorhersehbar

Um es gleich vorweg zu sagen: Rosenmüller hat sich ordentlich verhoben. Weder seine Regieleistung noch das Spiel seines Hauptakteurs David Kross als Bert Trautmann überzeugen. Da hilft keine Animation eines ausverkauften Stadions und keine diversen Hinweise darauf, dass eine wahre Geschichte gezeigt wird. „Trautmann“ erzählt schön langsam der Reihe nach die Stationen des Sportlers, dass er zum Verzweifeln langweilig im Kinosessel wird. Jeder Blick des Keepers wird umständlich gedeutet, jede Pointe zu Tode formuliert und immer weiß man, was gleich passiert. Zum Haare raufen! Aber immerhin ist der Film schön bunt.

"Trautmann": David Kross versagt als deutsche Torwartlegende

Foto: SquareOne Entertainment

Fazit: „Trautmann“ ist eine schnarchlangweilige Angelegenheit. Das muss man in einen 2-Stunden-Film über Fußball, Kriegsgefangenschaft, und Nationalheld auch erst mal hinkriegen. (Kinotante Katrin)

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