13.01.2021 20:15 Uhr

Trotz Corona-Lockdown: Ratet mal, wer jetzt zum Friseur darf!

Seit Wochen müssen Friseursalons aufgrund des Corona-Lockdowns geschlossen bleiben. Ein Gericht in NRW hat jetzt entschieden, dass zumindest Hunde nicht länger auf ihr Schönheitsprogramm verzichten müssen.

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Die Corona-Lockdown-Regelung machen aktuell der ganzen Welt zu schaffen. Während der Friseurbesuch für uns auch weiterhin untersagt bleibt, gibt es in NRW jetzt einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Zumindest, wenn es um die Mähne unserer geliebten Vierbeiner geht.

Corona-Schutzmaßnahmen

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Klage gegen Corona-Schutzmaßnahmen

Hundefriseurin Elisa Kloppenborg (46) aus Emsdetten hat Klage eingereicht. Warum? Die 46-Jährige musste aufgrund der Corona-Lockdown-Beschlüsse ihren Hundesalon vorläufig schließen. So wirklich akzeptieren wollte sie das nicht und hat kurzerhand geklagt. „Von Kindesbeinen an bin ich sehr um Fairness bemüht. Ich habe drei Kinder, eine behinderte Tochter von 20 Jahren und ich bin es gewohnt, Türen eintreten zu müssen. Als ich meinen Salon schließen musste, habe ich das als sehr unfair empfunden. Meine Kunden müssen wirklich keinen Kontakt zu irgendjemanden haben. In jedem Hotel kann man sein Essen bestellen und abholen. Auch hier kann man den Hund abgeben und abholen. Ich hatte ein Konzept, das war einfach bombig!“ erklärt sie in einem Interview gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Begründung des Gerichts

Dieses Konzept scheint jetzt überzeugt zu haben: Das Verwaltungsgericht in Münster hat der Klage der 46-Jährigen stattgegeben. Demnach seien nur Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen der Mindestabstand zum Kunden nicht eingehalten werden könne, verboten.

Das betrifft vor allem Friseursalons, Kosmetik- und Nagelstudios, Masseure, Tätowierer und Piercer. Als Hundefriseurin bietet Elisa zwar auch eine solche Dienstleistung an, allerdings für unsere tierischen Freunde.

Gerichtsurteil

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Abstand zu Besitzern

Ausschlaggebender Punkt für die Entscheidung ist der Mindestabstand von eineinhalb Metern. Denn der kann gegenüber der Tierhalter während der Tätigkeit problemlos eingehalten werden. Elisa Kloppenborg bezog sich in ihrer Klage vor allem auf Dienstleistungen wie Reinigungen, Waschsalons, Autowerkstätten, Fahrradwerkstätten und Autovermietungen, die unter Einhaltung der Abstandsreglung ebenfalls geöffnet bleiben dürfen. 

Hundebesitzer

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Galerie

So setzt der Hundesalon die Abstandsregelung um

Wie die Hundesalon-Besitzerin das „bombige Konzept“ einhalten will, erklärt sie ebenfalls: „Die Leute kommen, können den Hund anbinden. Ich trage eine Maske, Handschuhe und sage den Kunden, sie mögen in 90 Minuten wiederkommen. Dann hohlen sie den Hund ab und der nächste Kunde weiß Bescheid, dass er in seinem Wagen bleiben muss, bis der andere weggefahren ist. Sicherer geht es nicht!“ Sogar das Geld würde vor dem Haus deponiert werden. Einen Haken hat das Ganze dann doch: Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadt Emsdetten, die der Hundefriseurin den Betrieb ihres Salons verboten hatte, könnte in der nächsten Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht noch einmal Veto einlegen.

Hundefriseur

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Sonderregelung für Bundesligastars?

Allem Anschein nach sind unsere geliebten Vierbeiner allerdings nicht die einzigen, die sich über eine frisch geschnittene Mähne freuen dürfen. Auch die Bundesligastars standen am Wochenende top frisiert auf dem Spielfeld und das, obwohl die Lockdown-Regelung Hausbesuche von Friseuren ganz klar verbietet. (AB)