Star hat gute GründeTrotz Favoritenrolle: Brendan Fraser meidet die Golden Globe Awards

Brendan Fraser feiert dank "The Whale" ein beachtliches Comeback. (stk/spot)
Brendan Fraser feiert dank "The Whale" ein beachtliches Comeback. (stk/spot)

imago/Future Image

SpotOn NewsSpotOn News | 16.11.2022, 20:07 Uhr

Bei den Buchmachern gilt Brendan Fraser dank "The Whale" als einer der großen Favoriten bei Oscars und Golden Globes. Einer der beiden Verleihungen bleibt er jedoch aus gutem Grund fern.

Dank seiner mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachten Darbietung im Drama „The Whale“ durfte Brendan Fraser (53) schon diverse Auszeichnungen in Empfang nehmen.

Zwar wurden die Nominierungen für die anstehenden Golden Globe Awards am 11. Januar 2023 noch nicht bekanntgegeben – dies erfolgt erst am 12. Dezember 2022. Doch gilt es als sicher, dass Fraser auch dort als einer der Favoriten ins Rennen um den Preis als bester Hauptdarsteller gehen wird. So oder so werde er jedoch nicht vor Ort bei den Globes sein, wie er nun in der Coverstory von „GQ“ verraten hat.

„Nein, ich werde nicht daran teilnehmen“, wird Fraser in dem ausführlichen Stück zitiert. Die Gründe für seine vorzeitige Absage könnten kaum nachvollziehbarer sein: 2018 wandte er sich mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit, dass er im Jahr 2003 von Philip Berk, dem damaligen Präsidenten der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), die die Golden Globes austrägt, sexuell belästigt worden sei.

„Meine Mutter hat keinen Heuchler großgezogen“

„Ich habe mehr Vorgeschichte mit der Hollywood Foreign Press Association als ich Respekt für die Hollywood Foreign Press Association habe“, so Fraser. Die Absage erfolge wegen „dieser Geschichte, die ich mit ihnen habe. Und meine Mutter hat keinen Heuchler großgezogen. Man kann mich viele Dinge nennen, aber nicht das.“ Vielsagend sei in seinen Augen gewesen, dass nach seinen Anschuldigungen nichts geschah und die Globes wie gewohnt vonstattengingen.

Zuletzt stand die HFPA aus anderen Gründen scharf in der Kritik: Es wurde bekannt, dass sich deren Mitglieder komplett aus weißen Journalisten zusammensetzt. Auf die Frage, ob Fraser an die Reformen glauben könne, die die Organisation seither auf den Weg gebracht haben will, antwortete er im „GQ“-Artikel: „Zum jetzigen Zeitpunkt – nein.“ Sein Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Versprechen rühre daher, dass sich die HFPA auch nie aufrichtig bei ihm entschuldigt hätte. Außerdem wisse er, dass noch andere Personen ähnliche Schicksale in Bezug auf die HFPA teilen.

„Ich schulde es mir“

Trotz allem werde er aber alles dafür tun, dass das Drama „The Whale“ von Darren Aronofsky (53) auch bei den Globes abräumt. „Ich schulde mir das selbst. Ich schulde es den Filmemachern. Ich schulde es den Fans, die dafür bezahlt haben, mich zu sehen und in der Sonne in der Schlange standen. Ich schulde es meinen Kindern. Das ist meine große Chance.“

„The Whale“ feierte in Venedig seine Welt- und in Toronto seine Nordamerikapremiere. An beiden Standorten erhielt Fraser für seine Darbietung als depressiver, massiv übergewichtiger Englischlehrer stehende Ovationen und rührte das Publikum zu Tränen. In den USA erscheint der Film noch dieses Jahr, als deutscher Starttermin ist der 27. April 2023 vorgesehen.