28.08.2020 15:27 Uhr

TV-Tipp des Tages: „Der Kriminalist“ mit Christian Berkel

Fast eineinhalb Jahrzehnte lang spielte Christian Berkel den TV-Ermittler Bruno Schumann, einen Experten für Opfer. Jetzt hängt er den Job an den Nagel. Er wolle aufhören, wenn es am schönsten ist.

ZDF/ Oliver Feist

Die ZDF-Serie „Der Kriminalist“ geht am Freitag (20.15 Uhr) in die letzte Staffel. Im Dezember 2006 lief die erste Folge dieses ganz besonderen Krimis um Opferforscher Bruno Schumann, gespielt von Christian Berkel. In 14 Jahren liefen 109 Folgen.

„Mein Ziel war es immer, aufzuhören, wenn es am schönsten ist“, zitiert das ZDF den 62-jährigen Berkel. Zum Abschluss gibt es sechs neue Fälle.

Los geht es mit „Das Böse in uns“

„Das Böse in uns“ lautet der Titel des Staffelauftakts. Das ist durchaus wörtlich gemeint. Der Reproduktionsmediziner Marlov ist erstickt. Er starb, mit einem Taucheranzug bekleidet, in einem Schrank, der mit einer dichten Decke verhüllt war. Die Ermittlungen führen LKA-Hauptkommissar Schumann zum Leiter des Kinderheims (Hanns Zischler), in dem Marlov aufwuchs, und zu seiner Freundin Rosa (Eva Meckbach). So erfahren die Ermittler vom düsteren Geheimnis des Toten: Er war das Kind eines brutalen Mörders und überzeugt, dass dieses Böse in den Genen weiter vererbt wird. Marlov litt unter massiven Angststörungen.

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ZDF/ Oliver Feist

In „Freunde von Früher“ ist Schumann selbst betroffen

Um dunkle Schatten der Vergangenheit geht es auch in den weiteren Folgen, innerhalb von Familien, Kollegen oder Freunden. Im letzten Fall „Freunde von Früher“ ist Schumann selbst betroffen, als sein Jugendfreund Leo Borchert (August Zirner) erschlagen wird. Kurz davor hat er noch mit ihm telefoniert. Seinen Kollegen sagt Schumann zunächst nichts, denn er möchte keinesfalls von diesem speziellen Fall abgezogen werden. Er findet heraus, dass nahezu alle seine ehemaligen Freunde aus der damaligen Clique ein Mordmotiv haben.

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Ex-Kollege Frank Giering starb während der Dreharbeiten

In früheren Staffeln spielten unter anderem Frank Giering (er starb während der Dreharbeiten), Anna Schudt und Janek Rieke die Kollegen von Schumann. Heute stehen Verena Kleinfeldt (Johanna Polley), Jan Michalski (Timo Jacobs) und Inge Tschernay (Antonia Holfelder) als Kriminalkommissare sowie Dr. Hildebrandt (Nils Nelleßen) als Gerichtsmediziner dem unkonventionellen Chef (der gerne mal Tatszenen nachspielt) getreulich zur Seite, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Die Folgen sind konventionell inszeniert, aber allesamt solide und spannend erzählt, zudem sind viele weitere Episodenrollen prominent besetzt. Etwa mit Franziska Walser, Michele Oliveri, Hannes Jaenicke, um nur einige Namen zu nennen.

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ZDF/ Oliver Feist

Christian Berkel hängt Bruno Schumann an den Nagel

Doch Christian Berkel mag seine Figur des Viktimologen nicht mehr weiterspielen. Es wird also keinen Nachfolger für ihn geben, die es bei anderen Serien durchaus gibt – offensichtlich war diese Krimi-Serie zu sehr auf den Hauptdarsteller zugeschnitten. Von der Serie, die im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg spielt, kamen immerhin 14 Staffel zusammen.

„Es war ein großes Geschenk, der Figur Leben einhauchen und sie über so einen langen Zeitraum gestalten zu dürfen“, erklärt Christian Berkel („Die verlorene Tochter“) in einem ZDF-Statement. „Ich habe die Rolle sehr gerne gespielt und meine Arbeit geliebt, aber ich möchte mich jetzt wieder neuen Projekten zuwenden.“ Berkel will lieber Filme drehen und nach seinem Roman „Der Apfelbaum“ ein neues Buch schreiben. „Der Apfelbaum“ soll als Serie verfilmt werden.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-317379/3

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