08.01.2020 13:29 Uhr

Udo-Lindenberg-Film: Tränenreiche Premierenfeier

Jan Bülow und Udo Lindenberg; Foto: imago images / Andre Lenthe

Mit dem Film „Lindenberg! Mach dein Ding“ ist das Leben des Kultmusikers Udo Lindenberg verfilmt worden – auf der Leinwand werden nun insbesondere die frühen Jahre des Idols erzählt. In allen Sälen des Hamburger Premierenkinos gab es das vollendete Werk nun zu sehen und angeblich auch Tränen des Protagonisten hinter der typischen Sonnenbrille.

Die Zuschauer standen auf, um sowohl den echten Udo, als auch sein Film-Double zu feiern während diese sich in den Armen lagen. Der Kinofilm über das Leben des Deutschrockers hat bei seiner Premiere in Hamburg am Dienstagabend das Publikum wohl sehr begeistert.

Udo-Lindenberg-Film: Tränenreiche Premierenfeier

imago images / Andre Lenthe

Es hagelte Applaus und Lob

Minutenlanger, tosender Beifall und lauter Jubel gab es für die Filmcrew rund um den Hauptdarsteller Jan Bülow und die Regisseurin Hermine Huntgeburth – vor allem aber für Lindenberg selbst. Am Premierenabend lief der Streifen in allen acht Sälen des Cinemaxx-Kinos in der Hamburger Innenstadt, am 16. Januar startet er bundesweit. Schon vor der Uraufführung lobte der 73-jährige das Werk mit den Worten: „Mit einer solchen Liebe, so genial gemacht.“ Der Film zeige, dass „alles geht“. Das sei der „westfälisch-amerikanische Traum“, erklärte der Kultrocker der in Gronau in Westfalen geboren wurde.

Udo-Lindenberg-Film: Tränenreiche Premierenfeier


Udo (Jan Bülow) in Kneipe © DCM_Letterbox_Gordon Timpen

Als er später erneut auf der Bühne steht sagt er: „Leute, ich fühle mich sehr geehrt.“ Die Zeitreise auf der Leinwand, die von seiner Kindheit über die Anfänge als Schlagzeuger bis zur ersten Showtreppe für den Sänger reicht, habe ihn sehr bewegt. „Ich hatte einige Tränen hinter meiner Sonnenbrille. Tränen der Betroffenheit, aber auch der Entzückung und der Freude“, so der Musiker weiter.

Der erst 23-jährige Hauptdarsteller des mehr als zwei Stunden dauernden Künstlerporträts, erntete nicht nur den stürmischen Applaus der Zuschauer, sondern auch viel Lob von Lindenberg.

Besonderes Kompliment von der Ikone

„Er spielt das auf seine Weise – nicht als Kopie“, sagte der Musiker vor der Premiere. Dennoch seien sich die zwei so ähnlich, dass der Schauspieler die Geschichte „1000 Pro“ rüberbringen kann. Auf der Bühne gab es dann noch mal ganz spezielle Komplimente von Udo für sein Double. „Du bist genauso ein schüchterner Junge wie ich auch, ein bisschen verklemmt, ein bisschen scheu, und du hattest so richtig Spaß am Scheiße bauen und durchdrehen“, sagte der Musiker grinsend, bevor sich beide nach bereits einigen Freudentänzchen noch mal umarmten.

Auch die Regisseurin ist von ihrem neu entdeckten Filmstar begeistert, schließlich habe sie lange nach einem passenden Schauspieler gesucht. „Der muss ein Rocker-Gen haben, Anarchismus, aber er muss auch sexy sein. Und das alles vereint Jan Bülow“, so die 62-jährige. Sie selbst habe sowohl das Genre als auch die Person zu dem Film motiviert: „Udo ist lebende Geschichte. Mich hat die Kombination aus Biopic und Musikfilm gereizt.“ Zudem habe Lindenberg ihr viele Freiheiten gelassen.

Udo-Lindenberg-Film: Tränenreiche Premierenfeier

Udo (Jan Bülow) nach erstem Erfolg von Hoch im Norden©DCM_Letterbox_Gordon Timpen

Und auch der Hauptdarsteller selbst kam aus dem Schwärmen kaum noch raus – allerdings nicht von sich selbst, sondern von der Zusammenarbeit mit dem Deutschrocker. „Er hat mir sofort das Vertrauen gegeben und ich mochte ihn von Sekunde eins.“ Generell sei er außerdem ein großer Musikfilmfan.

Zur Uraufführung kamen auch weitere Mitwirkende des Films wie die Schauspieler Max von der Groeben, Ruby O. Fee, Julia Jentsch, Detlev Buck und Jeanette Hain. Auch der Udo von heute ist auf der Leinwand mit von der Partie – ihm gehört der letzte Auftritt mit dem Titelsong „Niemals dran gezweifelt“.

Gegen jeden Widerstand

Als Tramper kam der heutige Kultmusiker 1968 in die Hansestadt. Gegen alle Widerstände setzte sich der junge Jazz-Schlagzeuger aus der westfälischen Provinz mit deutschsprachiger Rockmusik durch. Heute gehören Lieder wie „Alles klar auf der Andrea Doria“, „Cello“, „Horizont“, „Mädchen aus Ostberlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ zu den Deutschrock-Klassikern. Noch immer füllt der Mann mit dem Hut scheinbar mühelos ganze Stadien, wenn er durch die Lande tourt.

Das Bio-Pic „Lindenberg! Mach dein Ding“ erzählt, wie alles begann und begleitet Udo Gerhard Lindenberg, wie der Altrocker bürgerlich heißt, durch seine Jugend, die Kämpfe mit dem Vater, die erste Liebe und die Anfänge seiner Karriere bis zum Durchbruch 1973. Seit Mitte der 90er Jahre lebt der 73-jährige im Luxushotel „Atlantic“ an der Hamburger Außenalster. 2018 hat der Musiker mit der „Panikcity“ ein kleines Lindenberg-Universum auf St. Pauli eröffnet. Die multimediale Ausstellung dreht sich um sein Schaffen, seine Werke, sein Leben. [dpa/KT]