02.05.2020 19:30 Uhr

Urlaub, Flugzeuge, Kreuzfahrten: So geht’s weiter?

Foto: nukeaf/Shutterstock

Wie geht’s mit unseren Urlaubsreisen und dem Tourismus nach der Pandemie-Krise eigentlich weiter? Wenn es überhaupt ein absehbares Ende und ein Weiter gibt. Bis mindestens Mitte Juni gilt ja eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und die meisten Länder sind für Touristen auf unbegrenzte Zeit geschlossen. Ein Experte zaubert jetzt mutige Prognosen aus dem Forschungshütchen.

Zukunftsforscher, Soziologe und Psychologe Prof. Dr. Horst Opaschowski (79), einst Professor an der Universität Hamburg und heute Leiter des Opaschowski Institut für Zukunftsforschung, äußerte sich im Gespräch mit der ‚Berliner Zeitung‚ zu möglichen Trends bei Urlaub und Tourismus. Wir haben seine wichtigsten Thesen aus dem bemerkenswerten Interview zusammengefasst.

Urlaub, Flugzeuge, Kreuzfahrten: So geht's weiter?

Flughafen Sydney. Foto: imago images / AAP

Billigflüge werden teurer

1. „Die Deutschen werden 2020 beim Konsumieren und Reisen zurückhaltender sein. Das hat es zu Krisenzeiten immer gegeben – wie zuletzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09.“

2. „Es wird natürlich weiterhin Billigflüge geben, auch wenn sie mehr kosten als bisher. Massentourismus ist Urlaub für jede Klasse und jede Kasse. Das wird sich nicht ändern.“

Urlaub, Flugzeuge, Kreuzfahrten: So geht's weiter?

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Exotische Fernziele verschwinden

3. „Exotische Fernziele werden aber einige Jahre für viele von der Landkarte verschwinden, weil man sie sich nicht mehr leisten kann.“

4. „Schwere wirtschaftliche Folgen wird die Corona-Krise für ärmere Zielländer haben, die Türkei etwa, Tunesien Ägypten, die Dominikanische Republik, wo viele vom Tourismus leben.“

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Kreuzfahrtschiffe können zum Gefängnis werden

5. „Manche Tourismusbereiche werden sich grundlegend umorientieren müssen, vor allem die zuletzt ungeheuer boomende Kreuzfahrtbranche. Nach den Infektionsfällen an Bord ist klar: Die riesigen Kreuzfahrtschiffe sind keine Inseln des Glücks, sie können sogar zum Gefängnis werden.“

6. „Die Deutschen (weden) wieder an den Flugschaltern Schlange stehen, es wird überfüllte Züge und Autoschlangen geben.“

Zur Person

Horst Opaschewski, Wissenschaftler und Berater für Wirtschaft und Politik lehrte von 1975 bis 2006 an der Universität Hamburg und leitete von 2007 bis 2010 die Stiftung für Zukunftsfragen. 2014 gründete er mit der Bildungsforscherin Irina Pilawa, seiner Tochter, das Opaschowski Institut für Zukunftsforschung (O.I.Z) in Hamburg.

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