Knapp zwei Jahre nach Rauswurf„Volk hat gesprochen“: Musk begnadigt Twitter-Comeback von Donald Trump

Donald Trump wurde von Elon Musk begnadigt. (stk/spot)
Donald Trump wurde von Elon Musk begnadigt. (stk/spot)

Doug Mills/CNP/AdMedia/ImageCollect.com / AdMedia/ImageCollect

SpotOn NewsSpotOn News | 20.11.2022, 09:35 Uhr

Ex-Präsident Donald Trump ist zurück - (noch) nicht im Weißen Haus, aber immerhin auf Twitter. Elon Musk und "dem Volk" sei Dank.

Es scheint so, als dürfe beziehungsweise müsse sich die Welt wieder auf zahlreiche Tweets von Donald Trump (76) einstellen – je nachdem, wie man es mit dem streitbaren Ex-Präsidenten hält.

Der neue Besitzer von Twitter, Elon Musk (51), hatte eine Umfrage auf seiner Plattform gestartet, ob der eigentlich permanent gesperrte Account von Trump wieder aktiviert werden sollte. Über 15 Millionen abgegebene Stimmen in 24 Stunden kamen zu dem Ergebnis: Ja, soll er.

Dementsprechend hochtrabend verkündete Musk: „Das Volk hat gesprochen. Donald Trump wird wieder eingesetzt.“ Das Ergebnis der Umfrage zeigt einmal mehr, wie zweigeteilt die Nation ist: 51,8 Prozent der abstimmenden Personen waren für „Ja“, 48,2 Prozent wollten Trumps Account folglich weiterhin gesperrt wissen.

Für Trump könnte die Twitter-Begnadigung Gold wert sein. Immerhin hatte er erst am Dienstagabend (15. November) angekündigt, dass er die republikanische Nominierung für die US-Präsidentschaftskandidatur für die Wahl im Jahr 2024 anstrebt. „Um Amerika wieder großartig und glorreich zu machen, kündige ich heute Abend meine Kandidatur für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an“, sagte Trump.

Wichtiges Puzzlestück zur Wiederwahl?

In der Tat ist sein Twitter-Account bereits wieder erreichbar, sein erster Tweet seit dem 8. Januar 2021 lässt jedoch noch auf sich warten. Damals hatte er gezwitschert: „An alle, die nachgefragt haben, ich werde nicht zu der Amtseinführung am 20. Januar gehen.“ Für seine Kampagne ist er nun auf dem Papier ein mächtiges Sprachrohr reicher – sofern er es überhaupt nutzen wird. Zwar scheiterten Trumps Versuche, nach seinem Rauswurf ein eigenes Twitter-ähnliches Netzwerk namens Truth Social auf die Beine zu stellen, recht kläglich. Dennoch sagte er im April dieses Jahres, er wolle nicht zu Twitter zurückkehren, selbst wenn sein Account dort entsperrt wird. Doch wem, wenn nicht Donald Trump, wäre eine Rolle rückwärts zuzutrauen?

Der Account von Trump war im Zuge des Sturms auf das US-Kapitol im Januar 2021 permanent gesperrt worden. Dem Ex-Präsidenten, der den Wahlsieg von Joe Biden (80) nicht anerkennen wollte, wurde vorgeworfen, die Ausschreitungen durch seine Tweets angestachelt zu haben. Fünf Menschen kamen beim als Angriff auf die US-Demokratie angesehenen Vorfall ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Noch immer halten die Untersuchungen hierzu an. Erst kürzlich wurde Trump von einem Untersuchungsausschuss vorgeladen, der dessen Rolle beim Angriff hinterfragt. Trump hat dagegen bereits Klage eingereicht und stattdessen mit anderen Aussagen für Schlagzeilen gesorgt.