Warnung vor neuen Unwettern in Hochwasserregion

Dieses von European Space bereitgestellte Satellitenbild zeigt das vom Hochwasser verwüstete Dorf Schuld, in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Dieses von European Space bereitgestellte Satellitenbild zeigt das vom Hochwasser verwüstete Dorf Schuld, in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler.

GeoEye-1/2021 European Space Imaging /dpa

24.07.2021 11:35 Uhr

Den von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Regionen stehen nun neue Starkregenfälle bevor. In Rheinland-Pfalz arbeitet der Katastrophenschutz auf Hochtouren.

Nach den verheerenden Überflutungen blicken die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit Sorge auf die Wetterprognosen fürs Wochenende.

In der Hochwasserregion in Rheinland-Pfalz hat der Katastrophenschutz für die Bürger wegen der vorhergesagten Unwetter bereits eine Notunterkunft eingerichtet. Der Krisenstab trifft weitere Vorkehrungen.

Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird zu der aktuellen Lage in möglicherweise betroffenen Orten informiert. „Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den Sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt“, sagte ein Sprecher.

Demnach besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind. Dadurch könne es örtlich zu einem neuen Einlaufen von Wasser in Kellern kommen.

Manche Orte könnten stärker betroffen sein

Davon stärker betroffen sein könnten laut Katastrophenschutz die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Außerdem könne es wegen verstopfter Einläufe in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch zur Einstauung von Wasser in den Straßen kommen.

„Ich habe im Augenblick keine Hinweise darauf, dass Wassermengen drohen wie das der Fall gewesen ist“, sagte der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), bereits am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Man beobachte die Meldesituation „ganz, ganz aufmerksam“, ergänzte er.

Der Katastrophenschutz biete allen Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffenen Orte bei Bedarf eine Unterbringung an, hieß es. In Leimersdorf in der Verbandsgemeinde Grafschaft werde von diesem Samstag an ab 10.00 Uhr durchgängig eine Notunterkunft betrieben, die auch in den nächsten Tagen zur Verfügung stehe. Es würden Shuttle-Busse eingesetzt.

Große Spendenbereitschaft für Opfer

Bislang hat die Hochwasserkatastrophe 179 Todesopfer gefordert. Große Spendenbereitschaft für die von der Katastrophe Betroffenen zeigte sich am Freitag beim ARD-Spendentag: Die vorläufige Bilanz der ARD-Benefizgala „Wir halten zusammen“ lautete am Abend 6.538.000 Euro. Zusammen mit 10 weiteren Millionen, die im Rahmen des Spendentags mit der „Aktion Deutschland hilft“ gesammelt wurden, seien so mehr als 16,5 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe zusammengekommen, berichtete Moderator Ingo Zamperoni.

Im Laufe des Tages kann es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Region zu lokal eng begrenzten Unwettern mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Die Regenmenge solle aber meist unterhalb der Warnschwelle bleiben. Wo genau die Unwetter stattfinden, ist laut DWD zunächst nicht zu sagen. „Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird – wenn überhaupt – nur sehr kurzfristig möglich sein,“ hieß es.