Freitag, 22. Juni 2018 21:17 Uhr

Was macht eigentlich Richard Clayderman, der Kitschkönig der 70er?

In Iran ist Richard Clayderman ein Star. In Deutschland war er es mal. Das ist jetzt über 40 Jahre her. Der französische Pianist tritt jetzt in Teheran auf.

Was macht eigentlich Richard Clayderman, der Piano-Kitschkönig der 70er?

Richard Clayderman 2013 in Ingolstadt. Foto: Bodo Schackow

„Ich fühle mich geehrt, im Iran zu sein und zum ersten Mal vor den gastfreundlichen Persern spielen zu können“, sagte der 64-Jährige nach seiner Ankunft in Teheran am Freitag. Er habe für das iranische Publikum auch einige Überraschungen. Zuvor müsse er aber noch die endgültige Genehmigung für die Konzerte in der Grand Music Hall mit dem Außen- und Kultusministerium koordinieren, so der Pianist laut Nachrichtenagentur Isna.

Clayderman ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Instrumentalmusiker im Gottesstaat Iran. Seine Musik ist in vielen Restaurants und Cafés – und in fast allen Hotel-Fahrstühlen – zu hören.

Fahrstuhl-Berieselung

Der Klerus und das islamische Establishment im Land gelten nicht gerade als musikfreundlich, aber leichte instrumentale Musik wie die von Clayderman werden toleriert und sind erlaubt. Konzerte brauchen jedoch eine Extra-Erlaubnis, weil sie noch immer als unislamisch bewertet werden.

Seit dem Beginn der Präsidentschaft Hassan Ruhanis 2013, und besonders nach dessen Wiederwahl letztes Jahr, fährt die Regierung nicht nur politisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich einen weniger islamischen Kurs. Dies ist ein Grund, warum die jungen Iraner letztes Jahr zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten wieder ein Popkonzert einer westlichen Band in ihrem Land erleben konnten.

Alle Konzerte der Hamburger Band Schiller waren ausverkauft. (dpa/KT)

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