Mittwoch, 19. September 2018 00:23 Uhr

Was macht eigentlich Rudolph Moshammer?

Zugegeben, die Headline ist etwas dämlich. Der große Exzentriker ist schließlich tot. Schon 13 Jahren ist es her, dass der Münchener Mode-Zar Rudolph Moshammer unter Gewalteinwirkung das Zeitliche segnete.

Was macht eigentlich Rudolph Moshammer?

Foto: WDR

Jetzt ehrt ihn die ARD mit einer Eigenproduktion in Top-Besetzung – mit von der Partie sind unter anderem Thomas Schmauer (in der Hauptrolle), Hannelore Elsner und Robert Stadlober. Und so lautet die Frage folgerichtig: Was machte eigentlich Rudolph Moshammer?

Angelehnt an das Leben des 2005 verstorbenen schillernden Modemachers mit der Betonfrisur erzählt die Gesellschaftssatire eine zeitlich begrenzte, fiktive Geschichte über Schönheit, Geld, Glamour und eine ungewöhnliche Freundschaft zweier Außenseiter und Einzelgänger im München der 1980er Jahre. Es ist außerdem eine Geschichte über die Kunst des Verkaufens, aber auch über eine einzigartige Hassliebe zwischen Mutter und Sohn.

Was macht eigentlich Rudolph Moshammer?

Konstantin Graf von Antzenberg (Robert Stadlober, links) wird von Else Moshammer (Hannelore Elsner, rechts) überredet eine Krawatte zu kaufen. Foto: BR/Producers at Work GmbH/Julie Vrabelova

Faszination für Großzügigkeit und „das Monströse“

Doch ist Mooshammer, mehr als eine Dekade nach seinem Tod, immer noch relevant? Regisseur und Drehbuchautor Alexander Adolph dazu: „[Mooshammer] war ein Bindeglied zwischen der Welt der Reichen und der kleinen Leute. Der Beweis dafür, dass es jemand, wenn er will, schaffen kann, ganz nach oben zu kommen und seine Wurzeln nicht zu verleugnen. Er hat ja auch sein Geld den Münchner Obdachlosen vermacht.“ (Da fragt man sich, was heute davon eigentlich noch übrig ist.)

Was macht eigentlich Rudolph Moshammer?

Rudolph (Thomas Schmauser) und Else Moshammer (Hannelore Elsner) auf einer Party der Gebrüder Grafen von Antzenberg. Foto: BR/Producers at Work GmbH/Julie Vrabelova

Hannelore Elsner faszinierte an der Rolle der Else Mooshammer „diese archaische Beziehung zwischen Mutter und Sohn interessiert. Diese Frau, die so eine Löwenmutter war, und sich dauernd hinter ihr Kleines – obwohl er so ein Riesenkerl war – gestellt hat. Diese absolute Liebe, aber dann auch der abgrundtiefe Hass. Diese Zärtlichkeit, diese Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ihm gegenüber. Sie stand ja immer an seiner Seite, hat ihn gestützt, wenn er unsicher war. So etwas interessiert mich. Auch das Monströse. Ich denke, dass er es ohne sie gar nicht so weit gebracht hätte. Aber das war durchaus wechselseitig: Auch sie wäre ohne ihn nicht lebensfähig gewesen. Der Sohn war halt ihre große Liebe.“

Die ARD zeigt „Der große Rudolph“ an diesem Mittwoch, 19. September um 20.15 Uhr. Bei Mooshammer fällt uns gerade die nächste Frage ein: was macht eigentlich Harald Glööckler? (CI)

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