Was nun, Felix Lobrecht? „Mein Job ist es, witzig zu sein“

Paul VerhobenPaul Verhoben | 04.04.2021, 19:20 Uhr
Felix Lobrecht: "Mein Job ist es, witzig zu sein"
Felix Lobrecht: "Mein Job ist es, witzig zu sein"

© IMAGO / Future Image

Stand-Up-Comedian, Podcaster und Sportskanone Felix Lobrecht wird wie tausende seiner Kollegen weltweit durch die Pandemie ausgebremst. Nix da mit Auf-der-Bühne-stehen. Was nun?

„Normalerweise würde ich jetzt an meinem dritten Programm schreiben“, erzählt Lobrecht der „Berliner Zeitung“, die ihm in ihrer Wochenend-Ausgabe auf drei riesigen Seiten unter der Überschrift „Endstation S-Klasse“ den Teppich ausrollt. „Aber weil die Comedyclubs nicht aufhaben, kann ich meine Witze nicht testen“.

Diese Praxis-Tests gehören zur Routine vieler Comedians, so auch zu der des 32-jährigen Berlin-Neuköllners.

„… dann entschuldige ich mich nicht“

„Ich schreibe ein paar Jokes und probiere sie dann bei Open-Mike-Abenden aus“. Der Name leitet sich von dem englischen Begriff für „Offene Bühne“ ab. Bei derartigen Miniauftritten sei das zahlenmäßig eher überschaubare Publikum besonders kritisch. Das habe er vor Corona mindestens zwei- bis dreimal die Woche getan. Lobrecht dazu: „Wenn Jokes hier funktionieren, dann killen sie vor meinen Fans.“

„Mein Job ist es, witzig zu sein, die Leute müssen lachen“, umreißt der Comedian, der 2020 als Deutschlands „Bester Komiker“ geehrt wurde, seine Tätigkeit und steckt auch keine Grenzen ab: „Und wenn sich dann irgendwelche grünhaarigen Fabians bei mir beschweren, dann entschuldige ich mich nicht.“

Felix Lobrecht zurück an der Uni

Die „Berliner Muskelmaus“, wie ihn seine Fans liebhevoll zu nennen pflegen, hat lange vor seiner künstlerischen Karriere viel ausprobiert. Der 1,71m-Beau hatte eine Ausbildung zum Industriekaufmann und auch ein Journalismusstudium abgebrochen. Dann probierte er es mit Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften. Letzteres will er nun an der Universität in Marburg fortsetzen: „Mir war langweilig wegen Corona!“

Die Uni repostete sogar seinen Instagram-Eintrag zu den Uniplänen: „I’m Back Bitches!“ „Jetzt im Sommersemester werde ich eh nicht arbeiten können“, so Felix Lobrecht kürzlich in seinem gemeinsamen Podcast „Gemischtes Hack“ mit Tommi Schmitt. Und: er brauche „ungefähr noch ein Semester, um den Scheiß fertig zu machen.“ Reisen müsse er eh nicht. Die Vorlesungen der Uni Marburg finden wegen der Pandemie bis auf weiteres online statt.

Der Kerl ist also immer für Überraschungen gut. Vermutlich ist die S-Klasse deshalb auch noch nicht die Endstation.