Freitag, 1. April 2011 11:16 Uhr

„Wasser für Elefanten“: So war der Dreh mit Pattinson und Witherspoon

Berlin. Eine 43 Jahre alte, 2,65 m große und 9000 Pfund schwere Elefantendame namens Tai spielt neben Oscar Gewinnerin Reese Witherspoon, Robert Pattinson und Oscar Preisträger Christoph Waltz eine Hauptrolle in dem gefühlvollen Liebesfilm ‚Wasser für Elefanten‘, der zur Zeit der Großen Depression in Amerika spielt.

Der Film handelt von Jacob (Robert Pattinson), einem Tiermedizinstudenten, der sich in Marlena (Reese Witherspoon), die Starartistin eines Zirkus verliebt. Ihre Beziehung wird von Marlenas Ehemann August (ChristophWaltz) argwöhnisch beobachtet. Im Mittelpunkt der Geschichte steht aber Rosie, eine Elefantendame, die den Zirkus retten soll und durch die sich Jacob und Marlena immer näher kommen.

Im Interview erklärt Elefanten-Dompteur Gary Johnson, der in Kalifornien die Ranch „Have Trunk Will Travel“ betreibt, wie die Elefantendame für ihre Schlüsselrolle in dem Film vorbereitet worden ist und wie sie sich mit ihren menschlichen Ko-Stars angefreundet hat.

Können Sie uns erklären, was ihre Firma „Have Trunk Will Travel“ genau tut?
„Wir haben sechs Elefanten, fünf davon sind weiblich und einen Zuchtbullen. Bei uns sind vier Jungtiere geboren, was ausgesprochen selten ist. Das ist ein großer Erfolg, denn asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es nur noch ca. 35 Tausend davon. Wir beschäftigen acht Vollzeit Mitarbeiter, die sich um die Elefanten kümmern. Tai, eine asiatische Elefantendamen ist die Rosie in WASSER FÜR ELEFANTEN.
Alle unsere Elefanten, mit Ausnahme des Bullen, haben schon oft in Filmen, Werbespots und TV Shows mitgespielt. Für Tai sind Filmsets und Regisseure nicht fremd. Wir haben sie nun schon seit 35 Jahren, und durch die Erfahrungen, die sie schon machen konnte, ist die Zusammenarbeit mit ihr immer sehr angenehm.“

Wie viel Arbeit steckt für Sie und Tai in diesem Film?
“Speziell bei diesem Film haben wir sehr viel gearbeitet. Es war aber auch alles sehr aufregend für uns. Ich mochte alle am Film Beteiligten sehr. Jeder ist mit uns sehr respektvoll umgangen und alle waren immer freundlich zu uns. Regisseur Francis Lawrence erwies sich als echter Gentleman und hat meiner Meinung nach einen Super Job gemacht. Er ist dutzende Male zu uns auf die Ranch nach Kalifornien gekommen, um bei den Proben zuzuschauen und um Zeit mit Tai zu verbringen. Somit wusste er genau, wie er später die Szenen mit ihr zu drehen hatte.“

Wie viel Zeit hat Reese Witherspoon mit Tai verbracht? Die Beziehung zwischen Marlena und Rosie ist doch für die Geschichte von „Wasser für die Elefanten“ sehr wichtig?
„Reese Witherspoon hat uns ziemlich oft auf unserem Anwesen besucht, um mit Tai zu proben, denn sie hatte einige physisch sehr fordernde Szenen mit ihr. Sie musste auf Tai klettern, genauso wie man es vom Zirkus her kennt, wenn die Mädchen ganz oben auf den Elefanten sitzen. Tai legte sich dann auf die Seite und beim Aufstehen musste Reese lernen, auf ihren Rüssel zu steigen. Sie musste verschiedene Möglichkeiten üben, um hoch zu klettern. In einer Szene steht Tai auf ihren Hinterbeinen und Reese direkt unter ihr. In einer anderen Szene macht Tai einen Kopfstand, und Reese tanzt gleichzeitig unter ihr. Das alles ist ziemlich kompliziert und wir mussten diese Szenen mit einem Choreographen ausarbeiten. Das Timing musste bis auf den Bruchteil einer Sekunde stimmen. Ein anderes Mal steht Reese auf dem Elefanten. In einer weiteren Einstellung sitzt Tai auf einem Sockel, stellt sich auf die Hinterbeine und Reese steigt dabei auf ihren Rücken. Für diese Szenen musste Reese sehr lange üben, denn das ist nicht ganz einfach. Tai macht so etwas regelmäßig und es ist Teil ihrer Übungen. Sie trainiert täglich, übt viel und hält damit auch ihre Muskeln fit. Sie ist wirklich sehr gut in Form.“

Wie schwierig war das für Reese?
„Sie war ausgezeichnet und hat uns erzählt, dass sie als junges Mädchen geturnt hat. Sie ist zusammen mit Tieren aufgewachsen und hat sich sehr wohl mit ihnen gefühlt. Alle drei Hauptdarsteller, Reese Witherspoon, Robert Pattinson und Christoph Waltz haben uns sehr beeindruckt. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit ihnen arbeiten durften. Sie sind einfach wunderbar“.

Was sind die aufregendsten Szenen mit Tai und Reese, die die Zuschauer sehen werden?
„Ich glaube, meine Lieblingsszene ist die Schlussszene, in der Reese oben auf Tai steht. Das ist ein sehr dramatischer Moment. Obwohl sie mehrere verschiedene Kunststücke macht, ist dies wohl das Spektakulärste. An einem Punkt liegt sie auf Tais Rücken und Tai tanzt mit ihr durch die Zirkusarena; auch diese Szene ist ganz besonders beeindruckend. In einer weiteren lustigen Nummer tanzen Christoph Waltz (der August spielt) und Reese zusammen auf einem Elefanten Podest und Tai (Rosie) wird so eifersüchtig, dass sie auf Christoph zugeht und ihm auf die Schulter tippt. Dabei stiehlt sie Christophs Zylinder, wirft diesen auf die Erde und trampelt darauf herum. Als wolle sie damit sagen „lass Reese in Ruhe. Sie gehört mir“. Rosie scheint auch zu spüren, dass Christophs Rolle nicht unbedingt eine sympathische Figur ist.“

Wie schwer und wie intensiv war generell das Training vor Ort am Filmset?
„Jeden Tag waren zwei Trainer am Set, meine Assistentin Joanne Smith und ich. Tai musste viele verschiedene Nummern einstudieren und das bedeutete viel Arbeit. Wir hatten einen Monat Zeit für die ersten Vorbereitungen, danach haben wir drei monatelang täglich geübt, um alle Stücke einzustudieren. In einer schwierigen Szene musste Tai einen Pflock aus dem Boden ziehen. Normalerweise benützt man einen Pflock im Boden um den Elefanten mit einer Kette am Bein festzubinden. Im Film zieht Rosie den Pflock aus der Erde, schleicht ein paar Meter weiter zu einem Fass gefüllt mit Limonade, genehmigt sich einen Schluck, geht dann wieder mit dem Pflock zurück, steckt ihn in die Erde und tut so, als wäre sie niemals weggewesen. Diese Szene mussten wir sehr oft üben. Tai musste sich auch in einen Zirkuswagen legen und so tun, als wäre sie verletzt. Auch für diese Szene brauchten benötigten wir viel Zeit.“

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren