25.12.2020 20:46 Uhr

Weihnachten 2020 in New York: Freie Bahn überall in Midtown

Die triste Stimmung, die man von Deutschlands Straßen und Plätzen kennt, findet man auch hier: In der Metropole New York. Das Coronavirus hat seine Spuren hinterlassen – und die Feiertagsstimmung wurde durch Knallhart-Regeln und leergefegte Straßen eingetauscht.

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Wo sich sonst zur Weihnachtszeit Zehntausende Touristen tummeln, herrscht im Jahr 2020 eine übersichtliche Leere. Der gerade verschneite New Yorker Times Square? Fast wie eine Geisterzone. Deutlich weniger Publikum auf den Straßen. Der schillernde Broadway? Todesstill. Manhattan galt zu Beginn der Corona-Krise als Epizentrum in den USA.

Weihnachten 2020 in New York: Freie Bahn überall in Midtown

U-Bahnhof unterm Time-Square. © imago images / ZUMA Wire

Freie Bahn im sonst so überfüllten Zentrum

Und auch zum Jahresende sind in der sonst so bunten, lauten und tobenden Stadt die Folgen der Pandemie förmlich spürbar. Ein Spaziergang durch Midtown ist im Dezember normalerweise wie der Gang durch ein unübersichtliches Labyrinth. In diesem Jahr? Freie Bahn! Wer sich zu einem Spaziergang über die Weihnachtstage entscheidet, sieht die Stadt plötzlich von einer völlig neuen Seite. 2019 drängten sich New Yorker und Touristen gleichermaßen in die Geschäfte und auf den diversen Weihnachtsmärkten wie zum Beispiel im berühmten Bryant Park. Davon ist in diesem Jahr nicht mehr viel übrig.

Restaurants sind geschlossen und die reichlich geschmückten Shopping-Malls nur noch für eine geringfügige Anzahl an Menschen geöffnet. Wer Geschenke braucht, muss sich auf lange Warteschlangen gefasst machen.

Einzelhandel mit massiven Einbußen

Trotz der funkelnden Weihnachtsdekoration und des Schokoladengeruchs, der durch die Stadt zieht, sind in diesem Jahr die Verkaufszahlen im Einzelhandel um mindestens 60 Prozent gesunken – in einigen Läden sogar um bis zu 85 Prozent! Eine Horror-Zahl, die Touristen-Hotspots wie “Chelsea Market”, “Hudson Yards” und “Grand Central” schwer zusetzt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Forschungsunternehmen “CBRE” davon ausgeht, dass das Online-Shopping in New York zur Weihnachtszeit von 14 auf 40 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes steigen wird.

Auch wenn der imposante Weihnachtsbaum am Rockefeller Center wie jedes Jahr prächtig geschmückt ist, bleibt die Feiertagsstimmung in diesem Jahr aus. Ein uneingeschränktes Bestaunen des riesigen Baumes gibt es nicht. Im Gegenteil: Das Rockefeller Center hat seitenlange Protokolle zur Baumbeobachtung erstellt!

„Virtuelle Warteschlangen“

Im Jahr 2020 gibt es statt leuchtender Kinderaugen „virtuelle Warteschlangen“, ein „fünfminütiges Limit beim Bestaunen des Baumes“ sowie ein Limit von vier Personen für jede Gruppe, die gemeinsam ein Foto vor dem Traditions-Schmuckstück erhaschen will. Gruppen von mehr als vier Personen werden aufgeteilt. Zudem gelten natürlich wie überall in New York eineinhalb Meter Mindestabstand für alle Anwesenden. Besinnlich und sorgenfrei klingt anders! Da auch in New York City die COVID-Zahlen momentan stetig steigen, wird seitens der Regierung dringend empfohlen, auch über die Weihnachtstage zu Hause zu bleiben. Ob die Amerikaner den Rat befolgen werden? Laut der diesjährigen Prognose der “American Automobile Association” leider bei Weitem nicht alle – obwohl ein deutlicher Rückgang der Reisenden über Weihnachten im Vergleich zu den Vorjahren erwartet wird. Konkret wird prognostiziert, dass fast 34 Millionen Amerikaner in diesem Jahr im Vergleich zur letztjährigen Ferienzeit zu Hause bleiben werden. Dies entspricht einem Rückgang der Reisen um 29 Prozent. (Natascha Wittmann für klatsch-tratsch.de)

Weihnachten 2020 in New York: Freie Bahn überall in Midtown

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