11.10.2020 10:41 Uhr

Wendler-Manager: „Wir müssen jetzt alle mal ein paar Tage zur Ruhe kommen“

Markus Krampe, Manager von Corona-Leugner und Sänger Michael Wendler, will weiter zu seinem berühmten Klienten und dessen 30 Jahre jüngeren Frau Laura Müller halten. Man müsse "erstmal ein paar Tage zu Ruhe kommen."

imago images / Revierfoto

Der 48-Jährige Reality-TV-Darsteller und Schlagersänger hatte am Donnerstagabend der deutschen Regierung seines Hausender RTL den Krieg erklärt. Die Teilnahme als Juror bei der Castingshow Deutschland sucht den Superstar“ hat Wendler mitten während der Dreharbeiten einseitig gekündigt. RTL beschuldigte er als „gleichgeschaltet und politisch gesteuert“ und „mitschuldig“ an der Situation – ohne Belege dafür zu liefern. Typisch für Verschwörungstheoretiker.

„Wir werden alle sterben“

Wendler-Manager Markus Krampe eilte noch am Donnerstagabend in der RTL-Live-Show „Pocher – gefährlich ehrlich!“ und sagte in der 90-minütigen Sondersendung über einen Anruf seines Klienten am frühen Abend: „Er hat mir gesagt: ‚Ich beende meine Karriere, ich komme nie wieder nach Deutschland. Wir werden alle sterben, du wirst auch sterben. Vielleicht kommst du nach Amerika, da hast du auch noch eine Chance.‘ Das war echt heftig.“

Der Wendler legt tapfer nach: „Meine Karriere fängt jetzt erst an!“

Wendler soll sich professionelle Hilfe suchen

An anderer Stelle sagte der 44-jährige Krampe, der u.a. auch für Stars Michelle, Mia Julia oder Willi Herren wie tätig ist: „Wir waren auch Freunde. Das ist eine menschliche Tragödie. Er hat mir erzählt, er hätte die ganze Nacht mit Attila Hildmann telefoniert.“ Und weiter: „Es ist klar, dass wir nicht mehr zusammenarbeiten werden … Ich will, dass er sich professionelle Hilfe sucht.“

„Die Situation war sehr aufgeräumt“

Der Manager und Veranstalter berichtete nun RTL, dass sich das Paar bei ihm nach der Sendung gemeldet hätten. „Es ist für uns alle gerade eine sehr aufreibende Situation. Ich habe gestern Nacht (gemeint ist die Nicht zum Freitag, die Red.) noch mit Michael und auch mit Laura geschrieben. Sie haben sich per WhatsApp bei mir gemeldet. Sie haben sich bei mir bedankt, dass ich für sie bei RTL gesprochen habe. Die Situation war sehr aufgeräumt.“

Krampe fügte hinzu: „Ich kann nur nochmal sagen, dass ich mich von den Aussagen von Michael Wendler distanziere. Aber ich werde beiden in meiner Funktion als Manager, aber vor allem als Freund zur Seite stehen. Ich glaube, wir müssen jetzt alle mal ein paar Tage zur Ruhe kommen.“

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Das glaubt der Psychologe

Die „Bild“-Zeitung bat unterdessen den Psychotherapeuten und Traumaexperten Dr. Christian Lüdtke (60) um eine Ferndiagnose.„Man wird nicht über Nacht zum Verschwörungstheoretiker. Viele gehen den Weg über Depression oder eine Angststörung, versuchen teils mit Alkohol oder Drogen einen Weg zu finden für eine Eigentherapie. Das kann man aus der Ferne in dem Fall natürlich nicht erkennen.“ Und weiter: „Menschen, die Angst haben, richten ihren Blick in die Zukunft. Depressive Menschen gucken in die Vergangenheit. Ich befürchte bei Herrn Wendler eine tragische Kombination. Seine Reaktion spricht für eine Angst vor der Zukunft. Eine psychotische Überzeugung der Realität.“

Wendler kündigt Klage an

Unterdessen postet Michael Wendler wieder in seiner Instagram-Story. Dort kündigte er unter der Überschrift „Bild-Zeitung erfindet Interview“ eine Strafanzeige gegen einen Redakteur der Bild-Zeitung an, „wegen Verwendung von mir nicht gegebener Kommentare“ in einem Artikel vom 6. Oktober. Der Sänger fügte hinzu: „Ein Skandal!“