Wenn Prominente sich heimlich einen Escort buchen: So einfach geht das

Wenn Prominente sich heimlich einen Escort buchen: So einfach geht das
Wenn Prominente sich heimlich einen Escort buchen: So einfach geht das

Symbolbild: S.Myshkovsky/Shutterstock

01.02.2021 23:28 Uhr

Auch Sänger Bill Kaulitz hat schon für Sex Geld hingeblättert, wie er jetzt gestand. Das Thema ist noch immer ein Tabu, vor allem bei Prominenten, die viel in der Öffentlichkeit stehen.

Bill Kaulitz, Frontmann der einstigen Teenieband Tokio Hotel, verriet jetzt in einem Interview ein Date, dass er für Sex mit einem männlichen Escort in einem Hotel bezahlt habe. „Ich habe so viele Freunde, die sich schon mal Sex gekauft haben. Aber irgendwie scheint das immer noch ein Tabu zu sein“, sagte er gerade dem Hamburger Magazin „Stern“.

Promis suchen sich einen Escort für eine Nacht. Warum und wie geht sowas? klatsch-tratsch.de hat mit einem gesprochen, der seit fast zwei Jahrzehnten international tätig ist – und natürlich anonym bleiben will.

Wenn Prominente sich heimlich einen Escort buchen: So einfach geht das

© ADragan/Shutterstock

Bill Kaulitz gestand jetzt in seiner Biografie und in einem Interview, dass er sich auch schon einen Escort ins Hotel kommen lassen hat. Sein Kommentar: „Sowas gehört auch zum Leben dazu.“ 

Er hat vollkommen recht. Sehr viele Männer und Frauen, die ich treffe, sind verheiratet und würden nie gestehen, dass sie bezahlten Sex in Anspruch nehmen. Aber ich finde es gut wenn meine Kunden dazu stehen, obwohl sie ja über ihr Privatleben keine Auskunft geben müssten. Aber in einer Biografie wie die von Tokio-Hotel-Bill liest sich das auch besonders spannend. Ganz abgesehen davon, dass er sein Buch auch verkaufen will.

Die meisten nutzen Gelegenheiten wenn Sie sich gerade im Ausland befinden, zum Beispiel bei Dreharbeiten. Da – so glauben sie oft – kennt sie nicht jeder. Ich bin international tätig. In der Schweiz hatte mich ein seit Jahren sehr gut aussehender deutscher Frauenschwarm und Kinostar gebucht. Ich war zwar sehr überrascht.

Warum werden Sie von Promis gebucht?

Die meisten, die ich treffe, haben Fantasien oder Neigungen, die sie oft nicht mit ihrem Partner oder Partnerin ausleben können oder dürfen.  Hinzu kommt dann noch, wenn sie bekannt sind, dann suchen sie eher diskreten Spaß. Sie können sich eben nicht in einschlägigen Lokalen oder anderen Treffpunkten blicken lassen, und da in die Anonymität abtauchen, um einen One-Night-Stand zu finden. Sie fühlen sich ständig beobachtet, halt wie auf einem Präsentierteller. Das will man ja auch als „normaler“ Mensch nicht. Hinzu kommt auch die Einsamkeit dieser Leute. Gerade wenn sie fernab vom Wohnort und Familie drehen. Andererseits ist es eine heimliche Sehnsucht, seine Träume ausleben zu können. Deswegen werden wir dann über einschlägige Portale gebucht.

Wie läuft sowas ab? Melden die sich unter ihrem Klarnamen?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich habe es schon erlebt, dass auch persönliche Mitarbeiter wie ein Sekretär oder eine Assistentin diese Treffen arrangieren oder die Leute sich halt nur mit ihrem Vornamen vorstellen. Es hängt immer davon ab wie und in welcher Form die Dates stattfinden. Den meisten Kunden ist ihre Bekanntheit schon sehr klar, daher bringt es auch nichts, wenn sie sich plötzlich „Kevin“ nennen. Das wäre ja auch lächerlich. Es war auch einer mal dabei, der gleich fragte „Du weißt, wer ich bin?“ Ich sage meistens „Nein“, weil es für die Sache nicht wichtig ist.

Aber es gibt auch Männer, die einen ganz anderen Namen nennen und dann bei dem vereinbarten Treffen nicht erkannt werden wollen.

Wie soll das denn gehen?

Die haben sich eine Maske aufgesetzt und die bleibt dann auch beim Sex auf. Vielleicht haben sie auch Angst heimlich fotografiert zu werden.

Ich hatte einen sehr Prominenten als Kunden, der mich mit einer Maske in seinem Apartment erwartete. Natürlich habe ich ihn trotzdem erkannt an seinem markanten Äußeren. Ein anderer zog im Hotelzimmer die Vorhänge soweit zu, dass essehr dunkel wurde. Vielleicht glaubte er, ich würde ihn nicht so leicht erkennen. Vielleicht fühlte er sich einfach besser dabei. Beim Abschied gab er mir dann einen Beutel mit, damit die Leute von der Rezeption denken sollten, dass ich nur etwas bei ihm abgeholt hätte! Ein anderer kam ohne seine Brille, die quasi sein Markenzeichen war und setzte stattdessen ein Basecap auf. Damit hat man ihn auch noch nie gesehen. Da habe ich noch Stunden danach überlegen müssen, woher ich das Gesicht nur kenne…

Sind die Promis, die zu ihnen kommen, sehr verschüchtert, weil die davon ausgehen, dass man sie kennt?

Nein, ich glaube, dass sie nicht schüchterner als normale Leute sind, die ich treffe.

Was erzählen die prominenten Kunden über sich?

Sie erzählen meistens nicht viel über sich, da sie ja in erster Linie Spaß und Sex suchen und eine Ablenkung von ihrem normalen Leben. Daher wollen sie sich auch nicht über alltägliche Sachen unterhalten, es sei denn sie suchen jemanden nicht nur für eine Stunde, sondern einen ganzen Abend. Dann kommt es schon vor, dass sie mehr von sich erzählen.

Ich traf auch schon bekannte deutsche Designer und einer erzählte mir dann schon auch seine geschäftlichen Sorgen, die ihn belasteten.

Es gibt auch A-List-Stars, die Frau und Kinder haben. Andere sind sogar schwul, geben in der Öffentlichkeit aber ein ganz anderes Bild ab. Kommen die dann mit einer Verschwiegenheitsvereinbarung?

Wenn einer sich nicht outen will, dann ist das sein Ding. Gelegentlich gibt’s auch Schweigepflicht-Erklärungen, aber das läuft dann meistens richtig über Agenturen. Ich arbeite auf eigene Rechnung, daher reicht denen es meist aus, dass ich Diskretion garantiere.

(PV)