Sonntag, 1. Dezember 2013 17:46 Uhr

Wer war Paul Walker? Mit diesem Mann fuhr er in den Flammentod

Das Wrack lässt nur noch erahnen, dass es einmal ein Auto war. Völlig zerstört und ausgebrannt liegt der Sportwagen am Straßenrand, in dem Auto starben zwei Menschen.

Roger-Rodas

Einer von ihnen war Paul Walker (auf unserem Foto oben mit seinem jüngeren Bruder Cody (25). Der Schauspieler ist praktisch nur durch die ‚Fast and Furious‘-Filme bekannt. In fünf der sechs Teile spielte er einen Polizisten, der in riskanter Fahrt in schnellen Autos Gangster jagt. Jetzt starb Walker in einem schnellen Auto.

Allerdings war Walker nur Beifahrer und unterwegs war er für eine gute Sache: Der 40-Jährige nahm an einer Autoshow zugunsten von ‚Reach Out Worldwide‘ teil. Walker hatte die Organisation vor knapp vier Jahren spontan nach dem verheerenden Erdbeben von Haiti gegründet, um Opfern von Naturkatastrophen zu helfen. Deshalb war er an diesem Samstagnachmittag in Kalifornien auch auf einer Autoshow, deshalb stieg er in den roten Sportwagen. Was dann genau passierte, war auch am Tag danach noch unklar. ‚People.com berichtet inzwischen, dass seine 15-jährige Tochter zuvor bei der Show dabeigewesen sei.

Klar ist nur, dass der Porsche Carrera GT in Santa Clarita nördlich von Los Angeles von der Straße in einem Gewerbegebiet abkam, eine Straßenlaterne umpflügte und gegen einen Baum raste. Der Wagen ging sofort in Flammen auf, Walker und der Fahrer starben noch am Unfallort. Bei dem Fahrer handelt es sich Medienberichten zufolge um Roger Rodas (38, zweites Foto von oben), einen salvadorianischer Automobilrennfahrer und Geschäftsmann. 2007 gründete zusammen mit dem Rennfahrer Rich Taylor das Racing-Team ‚Always Evolving‘. Der Unfall passierte in unmittelbarer Nähe der Formenzentrale in dem Gewerbegebiet.

Sofort zur Unfallstelle geeilte Mitarbeiter und Freunde konnten die Flammen nicht mal mit Feierlöschern ersticken, heißt es bei ‚People.com‘. „Es waren wohl etwa 20 Freunde und Mitarbeiter da, die schrieen und weinten, die Feuerlöscher gepackt hatte und getan haben was sie konnten, um die Jungs zu retten.“ Ein Augenzeuge berichtete: „Die Leute versuchten es mit Feuerlöscher, aber es brannte einfach zu viel. Wir wussten nicht, ob das Auto explodiert. Man konnte überhaupt nicht an sie herankommen. Es dauerte vielleicht eine halbe Minute … und im Grunde genommen wurden sie von den Flammen verschlungen wurde in Flammen.“

Die Unfallursache? „Die Geschwindigkeit könnte eine Rolle gespielt haben“, hieß es von der Polizei zunächst nur.

In der Karriere des Paul Walker hat Geschwindigkeit auch eine Rolle gespielt. Der 40-Jährige hatte 38 Jahre Fernseherfahrung, denn schon als Kleinkind hatte er in Werbespots mitgespielt. Der gutaussehende Kalifornier machte in Dutzenden Serien und Filmen mit, doch es waren immer nur Nebenrollen. Der Durchbruch kam erst 2001 in ‚The Fast and the Furious‘.

Dass ein Polizist in eine Gruppe von Extremsportlern eintaucht, hatte man zwar schon zehn Jahre vorher in «Gefährliche Brandung» gesehen. Doch der Erfolg des Rennfilmes war überwältigend und machte Walker und Mitspieler Vin Diesel zu Stars. Fünf weitere Filme folgten, in vier war Walker dabei. Der letzte, ‚Fast & Furious 6‘, hatte zwar satte 160 Millionen Dollar (120 Millionen Euro) gekostet. Im Sommer aber auch fast 780 Millionen eingespielt.

Die Handlung war nicht so wichtig wie die Autos, die besser frisiert waren als die Hauptdarsteller. Rasende Fahrt, durchdrehende Reifen, waghalsige Überholmanöver – die Filme und entsprechende Videospiele schaukelten sich hoch und begeisterten vorzugsweise junge Männer. Verkehrserzieher waren nicht glücklich damit, lautete die Botschaft doch: Riskant ist cool, wer blinkt, bettelt und wer bremst, verliert. Und es ist noch immer gut gegangen.

Walker und Co-Star Vin Diesel hatten gerade mit den Dreharbeiten für einen neuen Film begonnen: ‚Fast & Furious 7‘. (Chris Melzer, dpa, KT)

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Fotos: SIPA/WENN.com, Facebook/Always Evoving,

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