23.01.2019 14:09 Uhr

„Werk ohne Autor“: Oscar-Nominierung, aber nur 200.000 Zuschauer

Professor Carl Seeband (Sebastian Koch). Foto: Buena Vista International/ Pergamon Film / Wiedemann & Berg Film

Schauspieler Sebastian Koch (56) hofft, dass das Drama „Werk ohne Autor“ nach der Oscar-Nominierung eine zweite Chance an der Kinokasse bekommt.

"Werk ohne Autor: Oscar-Nominierung, aber nur 200.000 Zuschauer

Professor Carl Seeband (Sebastian Koch). Foto: Buena Vista International/ Pergamon Film / Wiedemann & Berg Film

„Für mich ist es wichtig, dass sich die Deutschen selbst ein Urteil bilden, ins Kino gehen und sich nicht abschrecken lassen von Kritiken, die mit der Sache gar nicht so viel zu tun haben“, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. Er habe manche Filmkritik als „sehr persönlich und emotional“ empfunden. „Den Film muss ja keiner mögen. Er sollte aber respektvoll behandelt werden. Und das war hier leider nicht der Fall“, erklärte Koch weiter.

Das Drei-Stunden-Epos von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck spielte seit dem Kinostart Anfang Oktober etwas mehr als zwei Millionen Euro ein. Der Film hatte in Deutschland bislang nach Angaben der Filmstiftung enttäuschende 200.000 Kinobesucher. Dabei war er bereits am 3. Oktober in den hiesigen Kinos gestartet. Das Ergebnis kann man getrost als Flop bezeichnen.

Am Dienstag wurde das Künstlerdrama dann aber für einen Auslands-Oscar nominiert.

"Werk ohne Autor: Oscar-Nominierung, aber nur 200.000 Zuschauer

Koch am Set mit Regisseur von Donnersmark. Foto: Buena Vista International/ Pergamon Film / Wiedemann & Berg Film

„Widerlich und unangenehm“

Das Drama erzählt die Biografie eines deutschen Künstlers und ist ganz offensichtlich an das Leben des großen Gerhard Richter (86) angelehnt, ohne ihn beim Namen zu nennen. Der Maler kritisierte den Streifen öffentlich bereits als „zu reißerisch“.

Doch zurück zu Koch. Aus Sicht des Schauspielers, der in „Werk ohne Autor“ einen SS-Arzt spielt, ist Filmkritik in Deutschland an vielen Stellen überzogen, wie zuletzt nach den mauen Zuschauerzahlen für Til Schweigers US-Remake von „Honig im Kopf“. „Wenn der Film in den USA nur einige Tausend Zuschauer hat, wird das hier richtig mit Häme gefeiert. Das ist so widerlich und unangenehm. Ich finde das ganz schlimm. Das geht so nicht. Man hat immer weniger Lust, hier zu arbeiten“, sagte Koch.

Häme? Also wir finden 200.000 Besucher für „Werk ohne Autor“ schlichtweg traurig. Frei von jeglicher Schadenfreude!“ Gibt es da ein großes Missverständnis zwischen den Filmemachern und dem Publikum, was es vielleicht aus dem Weg zu räumen gilt. Das fängt ja schon beim Filmtitel an, der kaum einlädt, geschweige denn neugierig macht … Hier geht’s zur Kritik unserer Autorin! (dpa/KT)

(PV)

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