Donnerstag, 25. April 2013 22:41 Uhr

Werner Herzog fürs Lebenswerk geehrt: Zwischen Dschungel und Todeszelle

Werner Herzog ist ein Weltstar des Kinos: Er führte in 57 Filmen Regie, war Produzent und Schauspieler, inszenierte ein Dutzend Opern und schrieb mehrere Bücher.

Das ‚Time‘-Magazin wählte ihn 2009 unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt. An diesem Freitag wird Herzog für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

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Der 1942 als Werner H. Stipetic in München geborene Künstler wuchs in einem bayerischen Bergdorf an der Grenze zu Österreich auf. Er studierte Geschichte und Literatur, das Filmhandwerk brachte er sich selbst bei. Mit 20 Jahren drehte er seinen ersten Kurzfilm: In ‚Herakles‘ beobachtete er posierende Bodybuilder.

Bei der Berlinale 1968 holte er mit ‚Lebenszeichen‘ den Silbernen Bären für den besten Erstlingsfilm.

Die Natur als Stilmittel zieht sich wie ein roter Faden durch Herzogs Filme. Extreme Landschaften wie die Sahara (‚Fata Morgana‘, 1971) oder der Dschungel Südamerikas (‚Aguirre, der Zorn Gottes‘, 1972, ‚Fitzcarraldo‘, 1982) sind Teil der Inszenierung. Ebenso extreme Figuren – fünfmal von Klaus Kinski verkörpert. Die Horror-Hommage ‚Nosferatu – Phantom der Nacht‘ und die Büchner-Adaption ‚Woyzeck‘ markierten 1979 den Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit. Über seine Hassliebe zu dem jähzornigen Schauspieler drehte Herzog 1999 den Dokumentarfilm ‚Mein liebster Feind‘ (siehe Trailer).

2009 wurde seine Antarktis-Dokumentation ‚Encounters at the End of the World‘ für einen Oscar nominiert. Für den Kinofilm ‚Into the Abyss‘ (Tod in Texas, 2011) und die TV-Dokumentation ‚On Death Row‘ (2012) begab sich Herzog auch in den Todestrakt von US-Gefängnissen, wo Insassen auf ihre Hinrichtung warten.

Zuletzt spielte er selbst neben Tom Cruise in dem Film ‚Jack Reacher‘.

Herzog lebt in München und Los Angeles. Er ist in dritter Ehe mit der Fotografin Lena Pisetski verheiratet. (dpa) 047

Foto: WENN.com

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