20.02.2020 23:47 Uhr

Wiener Opernball: Herr Lugner, Frau Muti und ein „lesbisches“ Tanzpaar

Muti, Lugner und Lugners neue Begleitung "Zebra". Foto: imago images / SKATA

Der Wiener Opernball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Unter den Debütanten war erstmals auch ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar.

Mit dem Einzug der 144 Debütantenpaare ist der Opernball in Wien eröffnet worden. Mehr als 5.000 Gäste verfolgten das festliche Spektakel. Unter den Debütanten war erstmals auch ein gleichgeschlechtliches Tanzpaar, das aus Baden-Württemberg angereist war und von den Organisatoren auch zugelassen wurde.

„Für Chancengleichheit“

Allerdings waren die beiden laut APA heterosexuelle Freundinnen, die mit ihrer Teilnahme „für eine Chancengleichheit von gleichgeschlechtlichen Paaren bei konservativen Veranstaltungen“ werben wollten.

Als musikalischer Höhepunkt der Eröffnung war der Auftritt der russischen Star-Sopranistin Aida Garifullina und des polnischen Tenors Piotr Beczala geplant. Garifullina und Beczala sollten laut Programm unter anderem das Duett „Tanzen möcht‘ ich“ aus der Kálmán-Operette „Die Csárdásfürstin“ singen.

Wiener Opernball: Herr Lugner, Frau Muti und ein schwules Tanzpaar

Die Debütantenpaare eröffnen den Wiener Opernball. Foto: Roland Schlager/APA/dpa

Muti hoffte auf „Fun“

Unter den Gästen war erneut der Unternehmer Richard „Mörtel“ Lugner. Als Begleitung hatte er die italienische Schauspielerin Ornella Muti dabei. Die hat ihre Glanzzeiten  längst hinter sich. Doch der Baumeister kam auch mit seiner neuen ständigen Begleitung „Zebra“ Karin Karrer.

Muti trug ein ebenso elegantes wie schlichtes schwarzes Kleid mit langen Ärmeln, wenig Spitze und einer Schleife auf der Schulter. ist. „Ich hoffe, dass ich Fun (Spaß) habe“, sagte Muti kurz vor der Eröffnung. Lugner sagte dem Sender OE24: „Ich kann sie nur mit Lob überschütten, weil alles perfekt ist.“ Die 64-Jährige war nach Absagen von zwei anderen Frauen kurzfristig eingesprungen. Der 87-jährige Lugner bezahlt seiner Begleitung eine Summe in unbekannter Höhe.

Der Kanzler und sein Vize fehlten

Im Gegensatz zu früheren Opernbällen war Österreichs Regierungsspitze nicht vertreten. Kanzler Sebastian Kurz war beim EU-Sondergipfel in Brüssel. Vizekanzler Werner Kogler entschuldigte sich krankheitshalber. Der Grünen-Chef hatte nach eigenen Worten ohnehin keine große Lust auf den Ball.

Der Ball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper binnen 30 Stunden in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und bis zu 23.600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro. (dpa/KT)