Willi Herren: Haben ihn die Schulden erdrückt?

Willi Herren: Sohn Stefano erhebt erschütternde Vorwürfe
Willi Herren: Sohn Stefano erhebt erschütternde Vorwürfe

© Imago/APress

21.04.2021 16:14 Uhr

Es ist nur schwer vorstellbar, wie hart die letzten Monate im Leben von Willi Herren gewesen sein müssen. Am Dienstag wurde der 45-Jährige tot in seiner Wohnung aufgefunden. Seither trauern Fans und Freunde um ihren Willi.

Die Nachricht von Willi Herrens überraschendem Tod hat nicht nur die Medienlandschaft schwer erschüttert, sondern auch in den sozialen Netzwerken zeigen sich viele Fans betroffen. Die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt, eine Obduktion soll nun Klarheit schaffen. Doch was sich schon jetzt sagen lässt, ist, dass Willi gerade in den letzten Monaten vor großen Sorgen – unterschiedlicher Natur – geplagt wurde.

„Das war das Krasseste, was ich je erlebt habe

So hatte der 45-Jährige seit Jahren mit Alkohol-und Drogenproblemen zu kämpfen, über die er teils auch offen sprach. Neben der Trennung von seiner Frau Jasmin musste Herren in den letzten Monaten auch den Tod eines guten Freundes verkraften, wie er in der ersten Folge der neuen „Promis unter Palmen„-Staffel verriet.

Insgesamt habe ihm das Trash-Format viel abverlangt und ihn „fertiggemacht“, erklärte der einstige „Lindenstraße„-Star: „Das war das Krasseste, was ich je in meiner TV-Laufbahn erlebt habe“, erklärte er gegenüber dem Nachrichtenportal „t-online“.

„Ich konnte irgendwann nicht mehr“

Er habe eine neue Seite an sich entdeckt, die er bis dahin selbst nicht kannte. „Ich habe mit der Zeit meinen Humor, meine Spritzigkeit und meine Spontanität verloren“, so Herren. „Ich konnte irgendwann nicht mehr.“ Nach den Dreharbeiten sei er „fertig“ gewesen, fühlte sich „leer“.

Auch seine finanzielle Situation soll nicht ganz einfach gewesen sein, denn Herren musste in den letzten Monaten auch seine Insolvenz verarbeiten. Vor gut einem Jahr wurde sein Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Köln eröffnet. Durch die Corona-Krise brachen dem Sänger und Entertainer dann auch noch viele Auftritte am Ballermann weg, die einen großen Teil seiner Existenzgrundlage ausgemacht haben.

„Mehr als einer halben Millionen Euro“

„Jetzt bin ich leider in der Lage, also in der Situation, wo ich echt überlege, mit meiner Frau zum Amt zu gehen und Zuschuss zu bekommen“, hatte er noch davor in einem Interview mit RTL gesagt. Ein Statement seines Managements gab einen ungefähren Einblick über die immensen finanziellen Probleme, die sich über die Jahre angehäuft hatten.

„Leider hat Willi gerade in den Anfangsjahren seiner Karriere durch Unwissenheit, Unbedarftheit und mangelnder Geschäftskenntnisse einen immensen Schuldenberg angehäuft“, hieß es in der Mitteilung.

Mit Reibekuchen-Bude aus den Schulden

„Offen und ehrlich gab Willi einmal zu, dass dieser noch vor knapp zehn Jahren bei mehr als einer halben Million Euro lag. Davon hat er bis zu diesem Jahr einen Großteil eisern abgetragen. Es war Willis Wunsch, jeden einzelnen Gläubiger auszuzahlen. Bis vor Kurzem war er dahingehend auch auf einem guten Weg. Doch die Corona-Krise und die ihm dadurch ausgefallenen Engagements – Willi hat in einem „normalen“ Jahr bis zu 250 Auftritte als Sänger – machen es ihm unmöglich, den bislang gegangenen Weg fortzuführen.“

Für seinen Weg aus den Schulden hatte Willi sich dann schlussendlich für einen bodenständigeren Weg entschieden und wollte mit einer Reibekuchen-Bude wieder finanziell auf die Beine kommen. Erst vor wenigen Tagen feierte der Stand große Eröffnung. Sogar einige Promi-Freunde wie Calvin Kleinen, Chris Broy oder auch Henrik Stoltenberg waren vorbeigekommen, um die neue Geschäftsidee ihres Kumpels zu unterstützen. „Wir hatten große Pläne, Willi war voller Tatendrang“, berichtet seine Geschäftspartnerin Desiree Hansen. (DA)