13.09.2020 20:23 Uhr

Wolfgang Bahro wird 60: Der Bösewicht der Nation packt aus

Am 18. September wird Wolfgang Bahro 60 Jahre alt. Diesen guten Anlass für einen Rückblick auf sein bisheriges Leben lässt der Star der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ nicht ungenutzt verstreichen.

Co-Autor Andreas Kurtz. Foto: privat

Am 15. September erscheinen Wolfgang Bahros Memoiren „Immer wieder Gerner: Mein Leben als Bösewicht der Nation“ (riva, 19,99 Euro). Der Titel deutet schon an, dass der Anwalt Jo Gerner, den die Serien-Ikone seit 1993 in der Erfolgsserie spielt, im Leben des Schauspielers viel Raum einnimmt.

Beim ersten Casting ging’s um Küssen

Das erste Vorsprechen, zu dem Bahro noch als Schüler ging, war auch ein Vorküssen. Er fühlte sich wie im Paradies: „Niemand zweifelte meine tatsächlich ja wirklich nicht vorhandenen Erfahrungen im Küssen an. Ich gab alles! Und bekam tatsächlich die Hauptrolle.“ Der anschließend nach einem Drehbuch von Elke Heidenreich entstandene Film „Verführungen“ von Regisseur Michael Verhoeven führte dazu, dass Bahro an seiner Schule plötzlich als Schauspieler galt. Was ihm im Leistungskurs Englisch seine erste Rolle als ein Rechtsanwalt einbrachte. Dass es später mal ganz massiv in diese Richtung gehen sollte, ahnte er damals noch nicht.

Wolfgang Bahro wird 60: Der Bösewicht der Nation packt aus

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Furiose Anekdoten statt Heldengeschichten

Der Leser erfährt, wie Bahro sich gegen die Rolle bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ wehrte. Außerdem erzählt Bahro, wie er bei den Freimaurern landete und warum er bei ihnen blieb. Viele Memoiren sind langweilig, weil ihre Autoren nicht der Verlockung widerstehen konnten, ihr Leben als glatte Heldengeschichte zu erzählen. Ganz anders bei Bahro, der auch nicht davor zurückschreckt, die Peinlichkeiten seines Lebens zu bekennen.

So enthüllt er, warum er „ein übergewichtiger Teenager mit Plattfüßen“ war und verheimlicht auch nicht, wie er sich später mal nackig machte, um mehr CDs zu verkaufen – was allerdings misslang. Man erfährt, wie sich seine Gage als Schauspieler entwickelte, welchen Traum er sich von der ersten großen Überweisung erfüllte und welche Vor- und Nachteile sein bekanntes Gesicht hat.

Wolfgang Bahro wird 60: Der Bösewicht der Nation packt aus

Foto: imago images / Future Image

Wolfgang Bahro hofft auf Klagen

Auf die Frage, ob er damit rechnet, wegen seiner Memoiren verklagt zu werden, entgegnet Bahro: „Das kann man nur hoffen, weil es gut für die Reklame wäre. Aber solche Hoffnungen werden ja meist enttäuscht.“ Dabei hat das Buch so eine Hilfe auch gar nicht nötig, denn der Verlag musste wegen der vielen Vorbestellungen schon vor dem Tag des Erscheinens bei der Druckerei eine zweite Auflage bestellen.

Ein ganz besonderer Fan hat das Erscheinen von Bahros Erinnerungen nicht mehr erlebt: „Meine Mutter wäre sicher sehr stolz auf ihr ‚Wölfchen‘ und würde allen ihren Freunden mein Buch zum Geburtstag schenken.“

Wolfgang Bahro wird 60: Der Bösewicht der Nation packt aus

Der Journalist Andreas Kurtz. Foto: Christian Schulz

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Große Buchpremiere in Berliner Showtheater

Das Buch schrieb Bahro gemeinsam mit dem renommierten Berliner Journalisten Andreas Kurtz, in dessen Talkshow „Kurtz auf der Couch“ im Wintergarten Varieté am 5. Oktober auch Buchpremiere gefeiert wird. Für die Arbeit am Buch war die große Corona-Pause gut. Andreas Kurtz: „Plötzlich hatten Wolfgang und ich Zeit, um uns ganz konzentriert mit unserem gemeinsamen Buchprojekt zu beschäftigen. Das Ziel, rechtzeitig vor seinem 60. Geburtstag fertig zu werden, war unter diesen Bedingungen nie ernsthaft in Gefahr.“

Die genaue Arbeitsmethode, mit der das Buch entstand, bleibt leider das Betriebsgeheimnis der beiden Autoren. Kurtz verrät dieser Seite nur so viel: „Eine große Rolle spielen zwei Dateien in der Cloud, an denen wir gemeinsam arbeiteten.“

Von Bahro wird Kurtz seit dieser Arbeit als neuer Freund bezeichnet. Und Kurtz steht bereit: „Wer das Buch liest, der erfährt ja auch, wie Wolfgang sich sein Ende vorstellt. Ich freue mich darauf, in 35 Jahren mit ihm den zweiten Band seiner Memoiren über all die spannenden Erlebnisse bis dahin zu schreiben.“

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