Montag, 18. November 2019 22:00 Uhr

Wolfgang Joop wird 75: Eine große Party soll es nicht geben

Becher/Starpress

Wolfgang Joop malt, schreibt und kreiert Mode – mit der Mode wurde er berühmt. Nachdem er auch im Ausland gelebt hat, wohnt er inzwischen wieder da, wo er gern als Kind war. Heute wird er 75.

Eine große Party plant Wolfgang Joop (1,86m) aber nicht, heißt es in seinem Umfeld. Denn es wird ein Tag unter besonderen Umständen: Anfang des Monats brach Joop sich bei einem Sturz im Badezimmer den Knöchel. „Es ist der Klassiker: glatter Steinboden, etwas Wasser – und schon ist es passiert“, hatte sein Partner Edwin Lemberg der dpa dazu gesagt. Joop kam ins Krankenhaus.

Joop nur als Modeschöpfer zu bezeichnen, würde zu kurz greifen. Er ist Maler, bildender Künstler, Autor und Modeschöpfer. Mit Jil Sander und dem inzwischen gestorbenen Karl Lagerfeld zählt er zu den erfolgreichsten Deutschen in dieser Branche.

Wolfgang Joop wird 75: Eine große Party soll es nicht geben

Joop mit Ehemann Edwin Lehmberg. Foto: Starpress

In Potsdam geboren

Der Künstler wird auf einem Bauernhof in Potsdam geboren. 1954 zieht die Familie nach Braunschweig. Zu DDR-Zeiten sehnt er sich in die Heimat zurück und genießt die Besuche in Potsdam bei Tante Ulla auf dem Familienstammsitz Gut Bornstedt. In seinem Buch „Die einzig mögliche Zeit“ aus diesem Jahr berichtet er von seinem ersten Fashion-Moment in den 1950er Jahren: Mit Wollsocken und weiten Hosen aus Großvaters Kleiderschrank stellte er sein Outfit zusammen.

Er studiert Werbepsychologie und Kunsterziehung, allerdings nicht bis zum Abschluss. Später macht er als bildender Künstler, Maler, Schriftsteller und Schauspieler von sich reden. Sein größtes Talent ist das Zeichnen. Schon in der Schule setzte er dieses Können ein: Die Mitschüler sagten ihm gegen eine Pin-up-Zeichnung Lösungen vor.

Im Jahr 1978 präsentiert er seine erste eigene Pelz-Kollektion, 1982 die erste Damenkollektion unter der Marke „Joop!“. Mit diesem Label wird er bekannt, verkauft es aber 1998. Drei Jahre später steigt er als Chefdesigner aus. 2012 wird er mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Jahr darauf meldet er sich mit dem Luxuslabel „Wunderkind“ zurück.

Vom Autor zum Casting-Juror

Als Autor hat er 2003 Premiere mit dem Roman „Im Wolfspelz“ über den Modezar Wolf. Zehn Jahre später erscheint seine Autobiografie „Undressed – Aus einem Leben mit mir“. Darin berichtet er – auf die Fragen der Journalistin und Schriftstellerin Rebecca Casati – über die wichtigsten Stationen seines Lebens. Joop zeigt sich auch als Juror im Fernsehen: Er macht 2014/2015 bei Heidi Klums Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ bei Pro Sieben mit, in diesem Jahr kam er als Gastjuror zurück.

Der Modemacher lernte die Welt kennen, lebte auch in New York und Monaco. Doch er kehrte 1998 in seine Heimatstadt Potsdam zurück. Mit Partner Edwin Lemberg und Hündin Lotte wohnte Joop zunächst in der sanierten „Villa Wunderkind“.

Mit seinem Partner und seiner Ex-Frau Karin lebt er nun auf dem Gut am Park von Sanssouci. Mit seiner Ex-Frau hat er die Töchter Jette – Schmuck- und Modedesignerin – und Florentine – Autorin und Malerin. Der Rückkehr nach Potsdam ging ein öffentlicher familiärer Streit voraus, vor allem wegen eines angespannten Verhältnisses zu Tochter Jette. In seinem jüngsten Buch „Die einzig mögliche Zeit“ berichtet Joop von der Heimkehr zum Familienstammsitz und gewährt Einblick in sein Leben. Wie in der Autobiografie von 2013 geht es darin auch um Unsicherheit, Einsamkeit und um Niederlagen.

Neue Kollektionen

Joop wäre nicht Joop, wenn er sich immer wieder neu erfinden würde. Auf der Berliner Modewoche präsentierte er im Juli Hemden und T-Shirts mit bunten Drucken für das Textilunternehmen Van Laack – mit Zeichnungen von Joop auf einigen Kleidungsstücken. Er sprach von einer „Wiederauferstehung“. „Ich will immer wieder auch in diesem Land zeigen, dass man auch hier bleiben kann und was bewegen.“ Über die aktuelle Mode ganz grundsätzlich hat er eine klare Meinung: „Nicht mehr klar definierbar“, sagte er dem Frauenmagazin „Donna“ (Dezember). (Oliver von Riegen und Marion van der Kraats, dpa)

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