16.09.2020 22:17 Uhr

Wurde Emily Ratajkowski von einem Fotografen sexuell missbraucht?

Emily Ratajkowski beschuldigt den Fotografen Jonathan Leder, sie 2012 während eines Nackt-Shootings sexuell missbraucht zu haben.

Foto: imago images / Zuma Wire

Nach dem mutmaßlichen Angriff habe er angeblich vier Jahre später ohne ihre Zustimmung ein Buch mit ihren Aktfotos veröffentlicht. Die 29-Jährige erzählte, dass die sexuellen Übergriffe passierten, als sie in New York in Jonathans Haus reiste. Der wollte sie damals für ein Fotomagazin ablichten.

Jonathan bestreitet die Behauptungen indessen und weist die Anschuldigungen als „völlig falsch“ und als Versuch, „PR-Aufmerksamkeit“ zu erlangen, komplett zurück.

Seltsames Desinteresse?

Das Model, das zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Vorfalls erst 20 Jahre alt war, schrieb in einem Essay für das „New York“-Magazin, dass er sich zunächst von den anderen Modefotografen, mit denen sie zuvor zusammengearbeitet hatte, unterschieden habe. Er sei sogar desinteressiert an ihr gewesen, als er sie zum ersten Mal von der Bushaltestelle abholte.

Sie schrieb: „Jonathan hat mich nie direkt angesehen, aber ich erinnere mich, dass ich mich beobachtet fühlte. Ich war mir auch sehr wohl unserer Nähe und meines Körpers bewusst und wie ich von seinem Fahrersitz aus auf ihn wirkte“. Ratajkowski fügte hinzu: „Je desinteressierter er schien, desto mehr wollte ich mich seiner Aufmerksamkeit würdig erweisen. Ich wusste, dass es wichtig ist, diese Fotografen zu beeindrucken, um einen guten Ruf aufzubauen.“

Quelle: instagram.com

Er schlug angeblich ein Nackt-Shooting vor

Emily enthüllte auch, dass es zwei Kinder gab, die sie begrüßten, als sie bei der Fotografin ankam, außerdem tauchte eine Maskenbildnerin auf. Das habe ihr ein Gefühl der „Erleichterung“ gegeben. „Als er altmodische Dessous auf einem Küchenstuhl auslegte, begann ich zu begreifen, was für ein Mädchen ich für ihn darstellen sollte. Mein Agent hatte nicht erwähnt, dass es sich um ein Unterwäsche-Shooting handeln würde, aber ich war noch nicht besorgt. Ich hatte zuvor unzählige Dessous-Shootings gemacht.“

Nach ihrer Make-up-Session seien sie, Jonathan und die Maskenbildnerin gemeinsam zum Abendessen gegangen.“Ich habe darauf geachtet, nicht zu viel zu essen, während Jonathan still mein Glas nachfüllte und ich weiter trank.“

Nach ihrem vierten Glas Wein soll er ihr dann vorgeschlagen haben, für die nächsten Fotos nackt zu sein. „Als ich meine Kleidung fallen ließ, war irgendwie ein Teil von mir getrennt. Ich begann zu schweben, außerhalb von mir und beobachtete mich selbst, wie ich in das Bett kletterte.“

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„Seine Finger waren plötzlich in mir“

Am Ende des Drehs und als sie die Fotos analysierten, habe die Maskenbildnerin den Raum verlassen. „Ich versteifte mich, als ich merkte, dass sie weg war. Ich war sauer auf sie, weil sie mich verlassen hatte, aber ich wollte mir nicht eingestehen, dass ihre Anwesenheit einen Unterschied gemacht hätte.“

Nach dem Verschwinden der Visagistin wurde es angeblich dunkel. „Ich erinnere mich nicht an das Küssen, aber ich erinnere mich, dass seine Finger plötzlich in mir waren. Härter und härter und drückend und drückend. Es tat wirklich weh. Ich legte meine Hand instinktiv an sein Handgelenk und zog seine Finger mit Gewalt aus mir heraus. Ich sagte kein Wort. Er stand abrupt auf und huschte lautlos die Treppe hinauf in die Dunkelheit. Ich habe niemandem erzählt, was passiert ist, und ich habe versucht, nicht darüber nachzudenken.“

Ein Vertreter Leders, bestritt nachdrücklich Ratajkowskis Aussagen. „Wir sind alle zutiefst beunruhigt, wegen Frau Ratajkowskis jüngsten falschen Aussagen gegenüber dem NY Mag. Sie ist auf einer unendlichen Suche nach PR-Aufmerksamkeit“, so der Sprecher gegenüber „Page Six“.

„Natürlich bestreitet Herr Leder völlig ihre empörenden Anschuldigungen, sie missbraucht zu haben. Es ist grotesk und traurig, dass sie so rachsüchtig ist und die Presse routinemäßig anlügt.“

Unterstützung von ihren Fans

Von ihren Fans erhält Emily Ratajkowski jede Menge Unterstützung, besonders von Frauen. „Gutes Essay darüber, wie man zum Objekt für die Kunst eines anderen degradiert wird“, schrieb ein Twitter-User.

Ein anderer schrieb: „Das eine erschreckende, treibende und äußerst wichtige Lektüre über die unzähligen Arten, wie Frauen durch ein System, das darauf abzielt, uns klein zu halten, der Entscheidungsfreiheit und des Eigentums an ihrem eigenen Körper beraubt werden“. Auch prominente Unterstützer geben in den sozialen Netzwerken ihre Meinung ab. Die Autorin Lacy M. Johnson schrieb: „Das ist so smart, stark , so wahr und wirklich bewegend“.

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