06.08.2020 20:47 Uhr

YouTube-Star Jake Paul: Was steckt hinter der FBI-Razzia?

Ärger im kalifornischen Besserverdiener-Paradies: Weil US-YouTube-Star Jake Paul (23) in einem Einkaufszentrum randaliert und geplündert haben soll, stürmte das FBI jetzt sein Nobel-Anwesen in Calabasas.

imago images / MediaPunch

Schwer bewaffnet – und ohne Ankündigung: So haben sich die Beamten Zugang zu Pauls Anwesen in einem Vorort von Los Angeles verschafft. Der YouTube Star selbst soll sich außer Landes befunden haben, gab sein Anwalt bekannt. Trotzdem wird er sich mit dem unangekündigten Besuch noch eine Weile beschäftigen müssen.

Illegale Waffen gefunden?

Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die FBI-Agenten am Mittwochmorgen nämlich gleich mehrere Schusswaffen. Das berichtet der Nachrichtensender „ABC“. Die Waffen sollen über das Grundstück verteilt gefunden worden sein, heißt es. Und weiter: „Eine große lange Waffe“ habe im Hinterhof an einem Whirlpool gelehnt.

Den Grund für die Durchsuchung lieferte das FBI frei Haus: Der Einsatz stehe in Zusammenhang mit Vandalismus und Plünderungen in einem Einkaufszentrum in Scottsdale im Mai. Und kein geringerer als YouTube-Star Jake Paul (über 20 Millionen Follower, geschätztes Vermögen: 17 Millionen US-Dollar) zählt zu einer Gruppe von Personen, die tatkräftig mitgemischt – heisst – randaliert und geplündert haben sollen.

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Jake Paul streitet Vorwürfe ab

Jake ist in Fotos und Videos von den Ausschreitungen zu sehen. Er soll sich im Zuge der Proteste illegalerweise Zutritt zu der Mall verschafft haben. Außerdem soll er unrechtmäßig an einer Versammlung teilgenommen haben. Bereits im Juni wurde es deshalb wegen Hausfriedensbruchs und unrechtmäßiger Versammlung angeklagt. Der Superstar selbst hat alle Vorwürfe von Anfang an vehement abgestritten– vor allem auf Twitter. Und anscheinend mit Erfolg: Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die lokale Polizei berichtet, wurde die Klage inzwischen abgewiesen.

Heftige Kritik für Corona-Party

Es ist nicht der erste Mal, dass der YouTube-Star für Negativ-Schlagzeilen sorgt. Erst letzten Monat hagelte es deutliche Kritik von der Bürgermeisterin von Calabasas. Der Grund: Jake hatte seine prominente Nachbarschaft mit lärmenden Partys belästigt. Darüber hinaus sollen die viel zu lauten Partygäste auch noch gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen verstoßen und keine Maske getragen haben.

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Schlechter Geschmack liegt in der Familie

Und auch die YouTube-Aktionen von Jake Paul nichts für schwache Nerven. Laut „CNN“ ist er einer der kontroversesten Influencer auf der Videoplattform und hat bei seinen Fans durch besonders provokante Aktionen inzwischen Kultstatus. Nicht selten gehen seine Pranks (Videos von Streichen) deutlich über die Grenzen des guten Geschmackes und unter die Gürtellinie. Das mag in der Familie liegen. Jakes Bruder Logan (25) ist nämlich auch ein YourTube-Superstar– und noch deutlich kontroverser.

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Die größte Kritik erntete er für ein absolut geschmacklose Aktion im Jahr 2017: Am 31. Dezember 2017 veröffentlichte er ein Video auf seinem Channel, in dem er gemeinsam mit anderen YouTubern den Aokigahara, einen als „Selbstmord-Wald“ bekannten Wald, in Japan aufsucht.

Er wolle im Rahmen einer „Overnight-Challenge“ 24 Stunden mit seinen Freunden dort verbringen. Dabei entdeckte die Gruppe tatsächlich eine Leiche. Und Logan? Der ließ die Kamera laufen und zeigte Bilder der unkenntlich gemachten Leiche auf seinem Kanal. Das Video erreichte über 6 Millionen Views auf YouTube, bis Logan Paul es nach heftiger Kritik persönlich löschte.