26.11.2020 20:54 Uhr

Ziemlich durchgeknallt, dieser Kaky! Neues Video ist da!

Der französische Künstler Kaky veröffentlichte gerade seine neue Single "Lundi matin" - zusammen mit dem offiziellen Video. Der putzige Singer und Songwriter und Produzent verwandelt in seiner "KakySounds"-Reihe die Geräusche des Alltags in eingängige Pop-Melodien.

Foto: Kaky/Sony Music France

Niemand mag den Montagmorgen („Lundi-Matin“). Im neusten Track von Kaky, der komplett aus Glas Sounds gemacht wurde, schildert der Künstler seine Morgenroutine als eine endlose Reise von schmerzhaften Morgenstunden in der Pariser Metro: ein ständig weinendes Kind, eine alte Frau, die ihn anstarrt, ein stinkender Kerl… Dieses Up-Tempo-Stück wird zusammen mit einem Gute-Laune-Musikvideo veröffentlicht! Und ja, „Lundi Matin“ klingt nach Hit!

Ziemlich durchgeknallt, dieser Kaky! Neues Video ist da!

Foto: Kaky/Sony Music France

Das ist Kaky

Stellt euch Folgendes vor: Ihr habt den Drang, Musik zu machen, also setzt ihr euch vor den Computer, weil, nun ja, wie ihr wisst, befinden wir uns nicht mehr in den 70er Jahren, in denen man nur die Wahl hat, eine Gitarre in die Hand zu nehmen, das Auto gegen ein Klavier einzutauschen oder eine Bleep-Bloop-Maschine zum Preis eines ganzen Hauses zu kaufen.

Wir machen heutzutage Musik mit Computern. Jeder hat einen, und darin befinden sich alle Gitarrenverstärker, Klaviere und Bleep-Bloops dieser Welt, die man sich vorstellen kann.

Ein ganzes Universum von Musik auf Knopfdruck. Aber wo fängt man an? Wie lange wird es dauern, durch die Sample-Packs und Presets zu stöbern, bis man genau den einen Sound gefunden hat, den man sucht?

Für den Singer-Songwriter und Produzenten Franck aka Kaky liegt die Antwort außerhalb des Computers, in einem Teil der Welt, den die meisten von uns gar nicht wahrnehmen; im Piepen einer Mikrowelle, den quietschenden Rollen eines Einkaufswagens, dem Bitzeln eines kalten Bieres, das gerade eingeschenkt wird

Ziemlich durchgeknallt, dieser Kaky! Neues Video ist da!

Foto: Kaky/Sony Music France

Musik aus Geräuschen

Lärm – im Grunde genommen ist die Welt so voll davon, dass unsere Gehirne beschlossen haben, ihn einfach zu übertönen. Aber nicht so wie Kaky, der in Pau, einer kleinen Stadt in Südfrankreich aufwuchs, die so still gewesen sein muss, dass nahezu jedes kleine Geräusch zu hören war. Oder wie sonst sollte man sich erklären, dass er von einem kleinen Tascam-Feldaufnahmegerät besessen war, das er einmal geschenkt bekam und das jahrelang jedes Geräusch aufzeichnete, das ihm begegnet war.

Diese Geräusche sind zu seiner musikalischen Sprache geworden, in der sich das Pfeifen eines Thermometers in einen schönen Synthesizer-Sound verwandelt oder ein zerknitterter Plastikbecher zu einer Snare wird. Wenn man ihm dabei zusieht, wie er diese alltäglichen Geräusche aufnimmt und sie im Rahmen seiner „KakySounds“-Reihe in Musik verwandelt, dann sind die Schritte transparent, die Stücke wirken sehr vertraut, aber das Ergebnis lässt einen trotzdem staunen. Wir alle haben schon gute Songs gehört, die mit hochwertigen Vintage-Instrumenten in opulenten Studios produziert und aufgenommen wurden, aber wusstet ihr, dass man mit einem Stift, einem Weinglas und einem Aufnahmegerät auch wunderschöne Musik machen kann?

Ziemlich durchgeknallt, dieser Kaky! Neues Video ist da!

Foto: Kaky

Richtig gute Popsongs!

Man weiß das eine oder andere über Musikgeschichte und denkt vielleicht: „Die Futuristen haben in den 40er Jahren abstrakte Musik aus Tönen gemacht, um ihre Eltern zu erschrecken.“ Aber Kakys Songs sind keine „musique concrète“, sie sind eingängige, aber von Herzen kommende zeitgenössische Popsongs.

Die Songs scheinen wie eine direkte Erweiterung seines Selbst zu sein. Während das musikalische Fundament mit einem elektronischen Herzschlag pulsiert, sind seine Vocals warm, menschlich, mit einer Art Aufrichtigkeit in seinen nachdenklichen Lyrics, die nie ins Pathos kippen und uns persönliche und bedeutungsvolle Geschichten erzählen.

In seinem einzigartigen, skurrilen Gebrauch von Klängen und Vocals hat Kaky eine Sprache gefunden, die er am flüssigsten spricht und in der seine Gedanken am wenigsten kompromittiert werden. Sein Kopf sei fast voll genug, behauptet er in seiner ersten Single mit dem treffenden Titel „La tête pleine“ und sein Ausdruck müsse den schnellsten Ausweg finden. Warum tagein, tagaus nach einer coolen Kick-Drum suchen, wenn man auch einfach auf einen Koffer klopfen und sein eigenes Lied daraus machen kann?