Dienstag, 14. April 2020 23:40 Uhr

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick rechnet mit „Promis unter Palmen“ ab

imago images / eventfoto54

Deutschlands spitzeste Zunge Désirée Nick (63) hat die erste Staffel von „Promis unter Palmen“ gewaltig aufgemischt. Der Streit zwischen ihr und Unternehmerin Claudia Obert (58) gilt schon jetzt als Sternstunde des deutschen Trash-TVs. klatsch-tratsch.de sprach mit der selbsternannten Beleidigungskünstlerin über ihre Bilanz. Und die Nick lädt nochmal richtig nach! (Teile des Interviews hatten wir in den letzten Tagen bereits in Auszügen veröffenlicht).

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick rechnet mit "Promis unter Palmen" ab

SAT.1

Was ist eigentlich ihr Problem mit Claudia Obert?
Claudia hat alle und jeden ausnahmslos genervt. Deshalb hat ja auch der Mangiapane zu ihr gesagt, sie sei eine Brunnenvergifterin. Da stand der Zoff schon lange im Raum. Jedem ist sie massiv auf den Zeiger gegangen, weil sie wie eine Egozentrikerin rücksichtslos unter einer Glasglocke agiert. Ohne sich jemals wirklich an einem Gespräch zu beteiligen – es sind alles nur egomanische Ausraster.

Ein normaler Dialog mit Feingefühl, ein paar Hinweise oder gar Humor – das kommt gar nicht bei ihr an. Was bei ihr ankommt ist nur knallhart die Sprache der Strasse. Man hat es auf alle verschiedenen Arten und Weisen versucht, aber als sie mir gegenüber mit Fäkalsprache und Vulgärausdrücken anfing, da ist meine Zündschnur kurz – weil es respektlos ist.

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick rechnet mit "Promis unter Palmen" ab

SAT.1

Man sah sehr genau, dass ich lediglich auf die obszönen Vokabeln, die sie mir nonstop an den Kopf warf, reagiert habe. Das Gossen-Klima wurde ja nicht von mir geschaffen. Ich habe mich lediglich gegen dieses Klima, das sie der ganzen Truppe überstülpen wollte, verteidigt, denn sie will jeden vor ihren Karren spannen.

In der Sendung wurde mehrmals angedeutet, dass sie sich schon länger kennen. Woher eigentlich?
Ich bin eine Urberlinerin. Im a Berlin Girl. Ich kenne von den 3,4 Mio. Menschen, die hier leben, jeden, der sich hier öffentlich in Szene setzt. Man kennt sich halt von roten Teppichen. Aber auch da hat sie mich nur immer belästigt, weil sie einem ihre billigen China-Klamotten andrehen will. Die Luxuslady, das Modelabel – das ist ja eine einzige gigantische Lebenslüge: Sie ist weder eine Millionärin, noch verkauft sie Haute Couture, noch steht sie für Luxus.

Niemand kann von mir erwarten, dass ich diesen Wahnsinn mitspiele. Sie lebt in einer Blase, aber sie hält diese Blase für die Realität. Sie lebt in ihrem eigenen Paralleluniversum und es gibt nichts, das Frau Obert mehr fürchtet als die Wahrheit. Weil ich so ein wahrheitsliebender, aufrechter Mensch bin, prallen da eben Welten aufeinander, da sie ihre Sprache noch mit Obszönitäten garniert. Ich habe sie so kennengelernt, wie sie jeder in Berlin kennenlernt: Sie hat sich Leute am roten Teppich angebiedert und drängt denen ihre 25 Euro-Fummel aus China auf, die bei ihr für 400 Euro hängen. Das sind doch alles Lumpen! Die Frau lebt in einer Wahnwelt.

Wenn man das mal auf einem Event für drei Stunden erlebt: da wird gelacht und sich zugeprostet und man geht weiter. Aber wenn sie so jemanden täglich rund um die Uhr um sich haben, dann ist das extrem nervig. Ich habe sie lediglich zur Räson gerufen. Sie war ja im Übrigen nicht sonderlich schockiert – das muss man ja auch sagen. Ihr ist die Gosse eben wohlvertraut.

Desiree Nick

SAT.1

In der Sendung rasselten Sie mächtig gegeneinander. Sie werden in Folge zwei sehr laut und deutlich und sogar handgreiflich. Bereuen Sie irgend etwas, was in Thailand geschehen ist?
Es soll mal mit dem Bullshit aufgeräumt werden, ich hätte die Frau geschlagen. Ich habe in meinem Leben noch niemals irgendjemanden geschlagen. Das würde ich noch mit oder ohne Kamera nie tun. Ich habe ihre Hand beiseite gewischt. Warum? Weil sie – da sie keine Kinderstube hat – beim Reden ständig mit ihrem Zeigefinger vor meinem Gesicht herumgefuchtelt hat. Das macht man auch nicht. Da habe ich diese Hand zur Seite gewischt. Alles andere ist pure Fantasie.

Und dann behauptet sie noch im Haus „Die wollte mich schon wieder schlagen“! Wie krank ist das denn – ich habe sie nur an der Schulter geschubst. Well done kann ich da nur sagen. Denn das ist von A bis Z asoziales Verhalten und dann auch noch kombiniert mit Suff – das muss ich mir nicht bieten lassen. Sie ist schmerzfrei und spürt nicht wo die Grenzen liegen. Sie spürt es nur auf diese Weise und das hat sie verstanden. Frau Obert lässt einem ja gar keine andere Wahl.

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick über das Gesindel bei "Promis unter Palmen"

SAT.1

Wegen des Streits gab es ja auch ein enormes mediales Echo. Wie gehen Sie mit diesem Shitstorm um? Lesen Sie die Kommentare? Immerhin hatten viele Zuschauer das Gefühl, dass Claudia ungerecht behandelt wurde.
Shitstorm? So etwas lese ich nicht, dafür fehlt mir die Zeit! Mich sprechen nur manchmal die Leute darauf an: „Menschenskinder, Frau Nick, was haben sie denn da für Pack am Hals? Die Ratten kommen aus ihren Löchern gekrochen…“ Sie sprechen mich auf das Gesindel an, das offenbar irgendwelche Shitstorms lostritt.

Ich lese das aber nicht, weil mich Fäkalsprache nicht interessiert. Was da abgeht, da ist ja „bewege deine Fresse aus der Kamera“ direkt eine Liebkosung, also was soll diese verlogene Empörung von Leuten, die nichts besseres zu tun haben, als auf Social Media Scheiße abzuladen. Das ist komplette Doppelmoral.Ich merke nur, dass sehr viel mehr Traffic ist, weil der bei mir in Werbeverträgen und Anfragen mündet – also die arbeiten eigentlich alle für mich.

Finden Sie nicht, dass Sie in der Show an einigen Stellen vielleicht etwas zu sehr auf den Tisch gehauen haben?
Es ist eine Schande, dass Menschen, die überhaupt kein Temperament haben und nicht unterhalten können, überhaupt an Reality-Formaten teilnehmen! Die Leute sind in diesem Genre so eingelullt worden, dass man sich wundert, wenn endlich mal jemand Temperament hat. Es ist tragisch, dass ich von zwei Low-Energy-Mädchen umgeben bin, die sich aus allem heraushalten und nur hintenrum ihre Meinung kundtun, keinen Pfeffer im Arsch haben, aber meinen sie wären Showstars! Das ist doch die Schande.

Der Sinn von Reality-TV ist es, Emotionen freizusetzen und andere zu bewegen. Es tut mir herzlich leid, dass das niemand beherrscht so wie ich. Ich verstehe auch nicht, warum die Leute sich über mein Temperament wundern. Ich bin Schauspielerin und zwar seit 30 Jahren. Was glauben die wovon ich in den ganzen Jahren gelebt habe?

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick über das Gesindel bei "Promis unter Palmen"

SAT.1

Die Leute wollten La Nick – sie bekommen La Nick. Man hat La Nick gebucht – es wird La Nick serviert. Dass sich die Menschen über das Temperament einer Künstlerin wundern, finde ich traurig. Temperament und Emotion einer Künstlerin in einem Reality-Show-Format sollte Standard sein. Der Standard ist aber so niedrig, dass die Teilnehmer glauben sie wären im Urlaub auf dem Ponyhof und dort Harmonie suchen! Dann sollen sie bitte in den Wellness-Urlaub fahren. Bei diesen Leuten, die ständig predigen, dass sie nur Harmonie wollen, weiß ich gar nicht mit welchen Lügen sie das Casting überhaupt überstanden haben.

Wenn man sich so die Kommentare vieler Zuschauer durchliest, dann stolpert man oft über eine Frage. Stichwort Emotionen: Waren die immer real oder „nur“ gespielt?
Was heißt denn geschauspielert? Wenn es geschauspielert wäre, dann hätte ich ja vorher einen Text auswendig lernen müssen. Es ist sowas wie Impro! Den Emotionen freien Lauf zu lassen, dass muss man erst einmal hinkriegen. Ein Hampelmann wie Yotta kann das nicht. Der ist gefangen in seinem Stahlkorsett und dann auch noch dieser dämliche Kommentar über meinen Sohn.

Der Brüller der ganzen Folge persönlich für mich: Wie ausgerechnet der Yotta, der zahllose Verfahren am Hals hatte und geschäftlich höchst unseriös am Flughafen verhaftet wurde, den Finger gegen mich erhebt und sagen will: „Also der arme Sohn. Ich möchte meine Mutter nicht so im TV sehen.“ Und dann rasiert er sich vor drei jungen Mädels öffentlich die Eier? Er sollte sich mal lieber Sorgen um seinen eigenen Sohn machen, der den Vater so ertragen muss.

Dazu möchte ich nur sagen: Mein Sohn ist im Staatstheater aufgewachsen und hat 300 mal gesehen, wie ich als Königstochter Medea (Euripides) meine eigenen Kinder getötet und verspeist habe. Ein Klassiker! Ebenso Gretchen, die im Kerker ihr Baby ermordet. Ich hatte das Glück, dass mein Sohn die besten Inszenierungen mit den großartigsten Künstlern sehen durfte. Mit dieser Realität wird ein Herr Yotta nichts anfangen können, weil er in seinem Leben noch nie Kultur besessen hat. Nur starke Männer kommen mit starken Frauen klar und ich finde so wunderbar, wie Herr Yotta immer wieder selbst unter Beweis stellt, dass jede seiner Aussagen über mich eine neue Peinlichkeit ist. Ebenso wie seine Affirmationen: Der liebe Gott ist nicht der Weihnachtsmann! Der Typ hat einfach null Ahnung, er ist der typische Angeber.

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick über das Gesindel bei "Promis unter Palmen"

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Schill oder Mangiapane? Wer war wertvoller für Sie?
Das war eigentlich ganz ausgewogen. Wissen Sie: Herr Schill ist als Mann ja sehr schrecklich, aber dafür ist er für so ein Format genau der Richtige am richtigen Ort, weil er so grausig ist. Wenn man diesen tiefen Fall mal genauer betrachtet: Vom Richter und Senator, dann hat er unehrenhaft Ole von Beust verraten, und ist schließlich unter Schmach und Schande ausgewandert und lebt jetzt in einer Favela.

Das ist doch für so einen intelligenten Mann eine erbärmliche Biografie – aber er hat Esprit, Witz und Geist und ich konnte mit ihm lachen. Das fand ich super. Lachen konnte ich auch mit Matthias Mangiapane. Der fällt bei mir unter LGBTQ-Toleranz. Von daher habe ich mich da gut aufgehoben gefühlt. Das Schlimme ist bloß, dass die beiden sich nichts nehmen, weil sie nicht nur mir für ihren Vorteil in den Rücken fallen, sondern jedem anderen auch. Da kenne ich andere Leute, die top loyal sind!

Zurück aus der Gosse: Désirée Nick über das Gesindel bei "Promis unter Palmen"

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Claudia Obert wird in der Sendung als stets schlagseitige Schnapsdrossel gezeigt. War sie jemals nüchtern?
Nein, sie ist schon besoffen angereist. Ich kenne sie schon etwa zehn Jahre und in dieser Zeit habe ich sie nicht ein einziges Mal ohne Glas in der Hand gesehen und nie nüchtern erlebt. Das ist auch fragwürdig das näher zu beleuchten, denn meiner Meinung nach ist sie eine schwer alkoholkranke Frau, die Hilfe braucht. Das ist auch gar nicht zu verbergen. Das ist keine üble Nachrede, sondern offensichtlich. Sie sagt es ja auch. Sie promotet sich sogar so: „Ich muss erstmal was trinken. Nüchtern ertrage ich das nicht!“ Sie war noch nie nüchtern.

Welcher Teilnehmer überraschte Sie besonders positiv?
Ich bin ganz entzückt von Tobi Wegener. Das ist ein Junge, der das Format so verlassen hat, wie er es betreten hat. Alles Schlechte, was ich leider Gottes über die anderen sagen muss, das trifft nicht auf ihn zu. Der ist weder hinterhältig noch gemein, noch durchtrieben. Das ist so ein herzerfrischender und dabei einfacher Junge mit plebejischem Charme. Ich frage mich, warum der keine Freundin hat. Das ist für mich ein Rätsel. Also, wenn ich im Pott eine Friseuse wäre mit einem Lädchen, dann würde ich mir den sowas von schnappen.

Ich verstehe nicht, warum sich bei ihm nichts tut. Man muss auch spekulieren über andere Möglichkeiten. Vielleicht hat er seine Neigung noch nicht entdeckt – vielleicht liegen die wo ganz anderes und er ist schüchtern. Vielleicht hat die Pink ihm etwas abverlangt, was zu geben er nicht im Stande ist. Er ist eine Sahneschnitte und ich bin sehr froh, dass ich ihn kennenlernen durfte.

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