VW-Kunden-Einstellungen zwischen Autos übertragbar

Bei Volkswagen sollen Kunden in Autos der neuen Software-Generation ihren Account mit allen persönlichen Einstellungen auch zwischen verschiedenen Wagen übertragen können.
Bei Volkswagen sollen Kunden in Autos der neuen Software-Generation ihren Account mit allen persönlichen Einstellungen auch zwischen verschiedenen Wagen übertragen können.

Sina Schuldt/dpa

08.06.2021 17:06 Uhr

Volkswagen plant mit modularen Software-Baukästen: In Zukunft sollen persönliche Konfigurationen und Einstellungen von VW-Kunden zwischen VW-Autos übertragbar sein. Auch die Konkurrenz aus München geht einen ähnlichen Weg.

Bei Volkswagen sollen Kunden in Autos der neuen Software-Generation ihren Account mit allen persönlichen Einstellungen auch zwischen verschiedenen Wagen übertragen können. So könnte die Nutzung von Carsharing-Diensten stärker als bisher in die Breite kommen, hofft das Unternehmen.

Für das Angebot WeShare stelle die VW-Kernmarke künftig weitere Modelle der elektrischen ID-Reihe bereit, kündigte Vertriebschef Klaus Zellmer am Dienstag an.

VW will generell in Neuwagen verstärkt modulare Software-Systeme einsetzen. Dabei sind sämtliche Funktionen im Prinzip schon vorinstalliert, einzelne Zusatzdienste können dann später dazu gebucht und gegen Gebühr freigeschaltet werden. Mit einer Art Software-Baukasten soll – ähnlich wie bei den Antriebs-Baukästen – die teure Vielfalt zahlreicher Basisvarianten abnehmen. Außerdem sind dabei zunehmend drahtlose Updates („over the air“) vorgesehen. Deren Anlauf war zuletzt für diesen Sommer geplant.

Die Wolfsburger erwarten ergänzende Umsätze durch kombinierte, je nach Kundenprofil ausgerichtete Programmpakete. Zellmer bekräftigte das zunächst noch relativ allgemeine Ziel, auf diese Weise einen „dreistelligen Millionenbetrag“ erreichen zu wollen. Der Konkurrent BMW peilt einen ehrgeizigen Wert für das entsprechende Erlöspotenzial an: Bis 2030 wollen die Münchner mit individualisierten, digitalen Upgrades im Auto bis zu fünf Milliarden Euro jährlich erzielen.

Der Entwicklungschef der VW-Kernmarke, Thomas Ulbrich, sieht in solchen passgenauen Funktionen einen wichtigen Wettbewerbsfaktor: „Es wird in Zukunft mehr und mehr so sein, dass der Kunde mehr auswählt nach dem, was die Software bietet – und nicht unbedingt danach, ob das Auto noch ein Zehntel schneller fährt.“

Bei der Einführung neuer Systeme und Steuergeräte im Golf 8 und im vollelektrischen ID.3 musste VW aufgrund der Komplexität allerdings auch Lehrgeld zahlen. „Es gab Softwarefehler, das ist unbestritten“, meinte Ulbrich. „Aber wir haben entsprechend nachgebessert.“ Inzwischen sei das Feedback der Kunden, die teils mit abgespeckten Versionen starten mussten, „deutlich positiver“. Ab dem Jahr 2026 ist mit dem Projekt „Trinity“ dann eine gänzlich neue Plattform geplant.