01.08.2020 10:21 Uhr

Julianne Moore bereut lesbische Filmrolle: „Ich blicke zurück und denke ‚Autsch!'“

Julianne Moore wünscht sich eine "echte Repräsentation" für marginalisierte Gruppen in Hollywood. Die Oscar-Preisträgerin gesteht, dass sie ihre lesbische Rolle in dem Film "The Kids Are All Right" aus dem Jahr 2010 heute wahrscheinlich nicht mehr annehmen würde.

imago images / Everett Collection

Der Part hätte ihrer Meinung nach an eine Schauspielerin aus der LGBTQ-Community gehen sollen. „Ich habe viel darüber nachgedacht. In diesem Film über eine queere Familie waren alle Hauptdarsteller straight. Ich blicke zurück und denke ‚Autsch. Wow'“, enthüllt sie.

„Heute würden wir uns nicht mehr damit wohlfühlen“

„Ich denke nicht, dass wir das heute tun würden, ich glaube nicht, dass wir uns wohl damit fühlen würden.“ Trotzdem ist die 59-Jährige dankbar für diese Erfahrung.

„Denn mein Job besteht darin, eine Universalität von Erfahrungen mit der Welt zu kommunizieren. Die Idee ist, dass wir sagen, dass wir alle gleich sind, statt Menschen als die anderen darzustellen. Unsere Menschlichkeit ist geteilt“, erklärt Julianne im Gespräch mit dem „Variety“-Magazin.

Sexuell sehr fließend

Auch die Tatsache, dass ihr Charakter Jules eine Affäre mit ihrem Samenspender Paul beginnt, ließ Kritik an der Komödie laut werden. Die Darstellerin zeigt Verständnis dafür, weist aber auch darauf hin, dass die Figur als „sehr fließend in sexueller wie persönlicher Hinsicht“ skizziert wurde.

„Sie ließ sich bezüglich ihrer ganzen Identität treiben – als Frau, als Person, in ihrer Karriere“, betont Julianne Moore im Interview.

Sie dreht ungerne Nackt-Szenen, wenn ihr Mann dabei ist

Aber auch insgesamt feiern Fans die Schauspielerin für ihre ehrliche und reflektierte Art. So erklärte sie auch erst kürzlich in einem Interview, dass sie „hasste“ intime Szenen vor den Augen ihres Mannes zu drehen.

Die Oscar-Gewinnerin spielt die Hauptrolle im Film „After the Wedding“, der von ihrem Ehemann Bart Freundlich inszeniert wurde, mit dem sie bereits seit 16 Jahren verheiratet ist.

Galerie

Ein seltsames Gefühl

Nun verriet sie, dass sie in einer Szene dabei zu sehen ist, wie sie mit ihrem Leinwandpartner Billy Crudup spricht, während sie nackt in der Badewanne liegt, und gab zu, dies als komisch empfunden zu haben.

Dem „ES“-Magazin sagte Moore: „Ich hasste es! Ich dachte: ‚Warum musst du das tun?‘ Aber ich mache das nie wirklich gerne, bei niemandem.“ Die 58 Jahre alte Schauspielerin offenbarte auch, dass ihr Angetrauter ihre Abneigung für intime Szenen teilt.

Sie fügte hinzu: „Er mag es auch nicht, wenn ich das in einem Film tue, aber ich denke, es ist nicht zu schwer, wenn es sein Film ist.“ „After the Wedding“ erzählt die Geschichte der wohltätig engagierten Isabel, gespielt von Michelle Williams, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als sie Moores Figur, die Philanthropin Theresa Young, darum bittet, in ihre Organisation zu investieren. (Bang/KT)