08.01.2021 14:45 Uhr

Lady Gaga: Warum auch sie Donald Trumps Absetzung noch für sinnvoll hält

US-Popstar Lady Gaga fordert, dass Präsident und der republikanische Kapitol-Mob-Anführer Donald Trump unverzüglich seines Amtes enthoben wird.

© imago images / ZUMA Press

Die 34-jährige Sängerin setzt sich 12 Tage vor dem Ende von Trumps Amtszeit dafür ein, dass der mächtigste Mann der USA trotzdem abgesetzt wird, nachdem seine radikalsten Anhänger am 6. Januar auf seine Initiative hin das Kapitol gestürmt hatten. Ein freiwilliger Rücktritt, bei dem einfach sein Vize nachrücke, würde das Problem nicht dauerhaft lösen, so Lady Gaga.

Denn dies würde Trump erlauben, jederzeit wieder als US-Präsident zu kandidieren. Nur eine offizielle Amtsenthebung könne das verhindern. „Ich hoffe, wir konzentrieren uns darauf, ihn offiziell abzusetzen, sodass er auch von zukünftigen Präsidentschaftswahlen ausgeschlossen ist“, twitterte Lady Gaga. „Er hat Terror angestiftet – wieviel Gewalt muss noch passieren? Das ist Terrorismus.“

Das steckt dahinter

Hintergrund: Wenn zwei Drittel des US-Senats dafür stimmen, einen Präsidenten von seinem Amt zu entheben, kann dieser gleichzeitig verfügen, den Betroffenen lebenslang von allen politischen Ämtern auszuschließen. Die „Poker Face“-Chartstürmerin nutzte ihre sozialen Netzwerke auch, um den schwarzen Frauen in Georgia, darunter Stace Abrams, zu danken, den demokratischen Sieg ermöglicht zu haben. „Ich glaube, der Wandel, den sich so viele wünschen, liegt in der Hand der schwarzen Frauen in Georgia”, so Gaga.

„Wenn es bei dem Impeachment-Verfahren in erster Linie um die Aberkennung der Amtsfähigkeit geht, sehe ich gute Argumente, dass das Verfahren insoweit auch nach dem Ende der Amtszeit fortgesetzt werden kann“, erklärte Rechtsanwalt und der renommierte Impeachment-Kenner Dr. Sebastian Steinbarth zu dem Thema heute gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Trump darf wieder twittern

“Wie man am 6. Januar wieder einmal gesehen hat, geht das vielen Weißen gegen den Strich. Doch sie werden es nicht schaffen, diese Arbeit zunichte zu machen.“ Donald Trumps Twitter-Account wurde zeitweilig gesperrt, nachdem der US-Präsident in einer Videobotschaft den gewalttätigen Demonstranten gedankt und einmal mehr behauptet hatte, ihm wäre die Wahl “gestohlen” worden. Facebook hat angekündigt, Trumps Zugang bis zum Ende seiner Amtszeit zu deaktivieren. (Bang/PV)