30.11.2020 22:48 Uhr

Laverne Cox: „Es ist nicht sicher in dieser Welt…“

Trans-Menschen haben es im Leben häufig sehr schwer. Das musste auch Schauspielerin Laverne Cox erfahren - als sie und ein Freund im Park von einem Fremden aufgrund Lavernes Geschlecht angegriffen wurden.

imago images / Pacific Press Agency

Schauspielerin Laverne Cox ist bekannt geworden durch die Rolle der Sophia Burset in der Netflix-Serie „Orange Is The New Black„. Die 48-Jährige wurde durch ihre Rolle für einen Emmy nominiert. Seit ihrem Megaerfolg nutzt sie ihre Plattform ganz offen als LGBT+-Aktivistin, denn sie selbst ist eine Trans-Frau und kämpft offen für Akzeptanz und Gleichberechtigung. Nun ist sie Opfer eines transfeindlichen Angriffs geworden.

Leben einer Trans-Frau

Cox, die bereits mit elf Jahren versuchte, sich wegen Mobbings umzubringen, lebt in ständiger Angst. „Ich war schon immer sehr vorsichtig damit, wohin ich gehe und was ich mache. Ich bin immer extrem aufmerksam, was in meiner Umgebung passiert, eben wegen meiner Vergangenheit mit [Diskriminierung]“, erzählt die Schauspielerin in einem Instagram-Live.

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Angriff gegen Laverne

Den Anlass des Instagram-Lives gab ein Angriff gegen die Schauspielerin und einen Freund von ihr. Die Zwei waren in einem Park in Los Angeles, Kalifornien spazieren, mit Masken und Abstand, als sie von einem Mann angesprochen wurden. Der fragte nach der Uhrzeit – eigentlich harmlos. „Es war sehr aggressiv“, erinnerte sich Laverne, „Ich habe das gespürt, mein Freund hat das gespürt“. Den Livestream nahm sie kurz nach dem Ereignis auf. „Der Freund, mit dem ich unterwegs war, schaute auf seine Uhr und sagte ihm die Zeit. Und dann fragte der Typ, der die Uhrzeit wissen wollte, meinen Freund ‚Junge oder Mädchen?‘ Und mein Freund sagt ‚Verp*** dich.‘ Dann schlug der Typ meinen Freund und mein Freund lief hinter ihm her und ich denke nur ‚Heilige Sch***.‘ Ich holte mein Telefon raus, um den Notruf zu wählen und dann war es plötzlich vorbei und der Typ weg.“

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„Ich hatte Glück“

Für die 48-Jährige ist so ein Vorfall nichts Neues. „Ich habe eine lange Liste mit Vorfällen aus der Vergangenheit, mit Belästigung auf den Straßen in New York, ich wurde angehalten und mir wurde Angst gemacht, mir wurde auf der Straße hinterhergerufen…“, berichtet sie.

„Ich kann einfach nicht glauben, dass es handgreiflich geworden ist.“ Ihrem Freund ist sie unendlich dankbar für die schnelle Reaktion: „Ich hatte so ein Glück und bin sehr dankbar, dass mein Freund da war und mich beschützen wollte.“

Angriff ein Trigger für Laverne

Obwohl Laverne heute nicht mehr die verängstigte und eingeschüchterte Elfjährige ist, ist dieses Ereignis für sie nicht so leicht wegzustecken: „Es ist definitiv ein Trigger, und ich werde gleich nach dem Livestream meinem Therapeuten schreiben. Einfach um es zu verarbeiten.“ Das Ereignis erscheint ihr wichtig, um ihre Follower und andere darauf hinzuweisen: „Es ist egal, wer du bist. Du kannst Laverne Cox sein, was das auch bedeuten mag. Wenn du trans bist… Dann wird dir sowas passieren“. Auch als bekannte Persönlichkeit ist Laverne nicht zu Angriffen geschützt.

Aufklärung ist wichtig

Seit Jahren betreibt Laverne schon Aufklärung zum Thema Transfeindlichkeit. Häufig postet sie Todesanzeigen von jungen Trans-Frauen, die aufgrund ihrer Transidentität getötet wurden. Laut der „Human Rights Campaign“ gibt es im Jahr 2020 die höchste Rate an Morden von Trans- oder Nichtbinären Menschen, seit Beginn der Aufzeichnung in 2013. Dazu kann Laverne nur eins sagen: „Es ist nicht sicher in dieser Welt.“ (Bang/AKo)

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