Emma Broyles aus Alaska: Diese Miss America setzt neue Maßstäbe

Judith HeedeJudith Heede | 17.12.2021, 19:00 Uhr
Diese Miss America Gewinnerin ist nicht perfekt
Diese Miss America Gewinnerin ist nicht perfekt

IMAGO / UPI Photo

Misswahlen sind nur was für Doofe und ist doch eh alles Fake. Dieses Gerücht hält sich bis heute hartnäckig. Vor allem in den USA trieft der Wettbewerb nur so vor Zuckerguss und falschem Grinsen. Bis jetzt! Denn die neue Miss America aus Alaska bringt frischen Wind auf die verpönte Bühne.

Die Miss America Wahlen sind in Deutschland keine große Nummer. Doch nach der 100. Jubiläumsschau gestern Abend sind nun doch alle ganz schön baff! Die Gewinnerin Emma Broyles (20) aus Alaska sieht nicht nur bombe aus, sondern sagte auch noch richtig gute Sachen. Wie zum Beispiel, dass sie anderen Frauen zeigen möchte, dass Miss America-Kandidatinnen nicht perfekt sind.

Miss Alaska Emma Broyles ist schön und schlau und hat die MIss Wahl gewonnen.

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Sie hat einen behinderten Bruder

Die 20-Jährige überzeugte die Juroren am Donnerstagabend bei dem live im Internet übertragenen Wettbewerb unter anderem mit ihrer Antwort auf die Frage, wie sie mit den sozialen Medien umgehe.

„Eine Sache, die ich wirklich versucht habe, besonders als „Miss Alaska“, ist den Menschen zu zeigen, dass ich echt bin. Ich habe Mängel“, sagte Broyles. So sei bei ihr eine spezielle Form einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung diagnostiziert worden.

Außerdem hat sie einen behinderten Bruder, Natürlich ist das kein Manko. Ganz im Gegenteil. Hat er es die diesjährige Gewinnerin von Amerikas größtem Beauty-Contest doch gelehrt, anderen zu helfen und tolerant zu sein. Ihr Bruder, der am Down-Syndrom leidet, habe Emma dazu inspiriert „Building Community Through Special Olympics“ als ihre soziale Initiative für die Misswahl zu wählen.

„Ich engagiere mich für die Special Olympics, seit er im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal als Sportler zugelassen wurde“, sagte sie. „Ich hoffe wirklich, dass ich mit meiner Arbeit lebenslange Freiwillige für Special Olympics gewinnen kann, lebenslange Unterstützer.“

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Skandal-geplagteste Show des Jahrhunderts

Beauty-Contest gelten in Deutschland nicht gerade als eine angesehene Art, reich und berühmt zu werden. Erst recht nicht, seit im Mutterland der Veranstaltung ein Skandal den nächsten jagte. Amy Argetsinger von der Washington Post, die gerade ein Buch über die Geschichte von Miss America veröffentlicht hat, schrieb diese Woche in einem Artikel: „Miss America feiert ihr 100-jähriges Bestehen als ein Schatten ihres früheren Selbst, geplagt von Machtkämpfen, Rechtsstreitigkeiten, einem schädlichen E-Mail-Skandal und langsam brennenden finanziellen Herausforderungen.“ Oha. Aber wir wissen schon, warum wir auf das Beauty-Drama hier nicht abfahren.

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So schreibt Miss Alaska Geschichte

Trotz Kritiken und endlosen Vorwürfen ließen es sich die Veranstalter nicht nehmen und feierten gestern ihre Jubiläums-Show. Und die schrieb aus gleich zwei Gründen Geschichte: Es war das erste Mal, dass eine Miss Alaska den Titel der genau 100 Jahre alten Traditions-Schau gewann!

Der jährlichen Miss America-Wettbewerb fand am Donnerstagabend in der Mohegan Sun Arena in Uncasville, Connecticut, statt. Die Veranstaltung wurde live im Streaming-Dienst von NBCUniversal übertragen.

Diese Miss America Gewinnerin ist nicht perfekt
Und die Krone geht an.... Miss Alaska!

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Entgegen aller Miss-Vorurteile: schön & schlau

Emma Broyles gewann den Wettbewerb und sackte direkt 100.000 US-Dollar Gage ein. Auch nicht übel. Aber die strahlende Siegerin wird schon wissen, wie sie das Geld clever investiert. Die Schönheit ist nämlich alles andere als blöd. Sie studiert am Barrett Honors College der Arizona State University biomedizinische Wissenschaften und Gesang.  Klar, dass sie die Jury mit ihren schlauen Antworten und ihrem Talent am Mikrofon überzeugte.  Im Interview-Teil des Wettbewerbs beeindruckte sie Zuschauer und Juroren mit ihrer Leidenschaft für Diversity und erklärte, dass sie anderen Frauen zeigen möchte, dass Miss America-Kandidatinnen nicht perfekt sind. Sie kommt aber schon ziemlich nah dran finden wir.

Auf den Plätzen hinter Broyles landeten Lauren Bradford aus Alabama, Elizabeth Pierre aus Massachusetts, Sydney Park aus New York und Abigail Hayes aus Oregon. Broyles ist die erste „Miss Alaska“ in der Geschichte des Wettbewerbs, die zur „Miss America“ gekrönt wurde.

Das Spektakel wurde 1921 erstmals ausgetragen und fand nun im 100. Jahr statt. Nach und nach hat sich der Wettbewerb sehr verändert, die von Frauenrechtlern besonders stark kritisierte Badeanzug-Präsentation wurde schon vor einer Weile abgeschafft.