Beat-Poet Lawrence Ferlinghetti gestorben

Lawrence Ferlinghetti ist tot. Die Beatnik-Legende wurde 101 Jahre alt.
Lawrence Ferlinghetti ist tot. Die Beatnik-Legende wurde 101 Jahre alt.

Mauro Aprile Zanetti/Bloom17/dpa

24.02.2021 12:25 Uhr

Zusammen mit Jack Kerouac und Allen Ginsberg stieß er die Beat-Revolution an. Jetzt ist Lawrence Ferlinghetti mit 101 Jahren gestorben.

Der US-Schriftsteller Lawrence Ferlinghetti, einer der wichtigsten Vertreter der literarischen Beat Generation, ist tot. Er sei am Montag im Alter von 101 Jahren in San Francisco gestorben, teilte der von dem Dichter gegründete legendäre Buchladen City Lights auf seiner Webseite mit.

„Wir werden ihn zutiefst vermissen“, hieß es zum Tod Ferlinghettis, der in den 1950er Jahren mit seinen Beatnik-Kollegen Jack Kerouac und Allen Ginsberg die literarische rebellische Bewegung in der Westküstenmetropole San Francisco anführte.

„Großartiger Dichter und Visionär“

„Wir haben einen großartigen Dichter und Visionär verloren“, sagte die Miteigentümerin und pensionierte Geschäftsführerin des Buchladens und Verlags, Nancy Peters, der Zeitung „San Francisco Chronicle“. Sie würdigte Ferlinghetti, mit dem sie mehr als 50 Jahre lang eng zusammenarbeitete, als „Legende seiner Zeit“. Der 1919 in der Stadt Yonkers im US-Bundesstaat New York geborene Autor brachte im Laufe seines Lebens Dutzende Werke heraus.

„Seine Arbeit hat ihm einen Platz im amerikanischen Kanon eingebracht“, schrieb City Lights. Zu Ferlinghettis bekanntesten Werken zählte der Gedichtband „A Coney Island of the Mind“ („Ein Coney Island des Bewusstseins“) aus dem Jahr 1958, der in über zwölf Sprachen übersetzt wurde und City Lights zufolge einer der am besten verkauften Lyrikbände aller Zeiten ist.

Als US-Soldat in der Normandie

Ferlinghetti, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg im Pazifik und beim D-Day in der Normandie war, ehe es ihn nach San Francisco zog, brachte noch im Alter von 100 Jahren Gedichte heraus. Der runde Geburtstag des gefeierten Dichters und Denkers vor knapp zwei Jahren war mit zahlreichen Veranstaltungen begangen worden. An diesen „fantastischen Tribut“ bat City Lights dem „San Francisco Chronicle“ zufolge zu erinnern. Eine Gedenkveranstaltung zum Tod Ferlinghettis war demnach aufgrund der Corona-Pandemie zunächst nicht geplant.