Eine heikle Thematik: „Der Tod des Henkers“

Das Bild zeigt den Mercedes, in dem der «Stellvertretende Reichsprotektor» Reinhard Heydrich fuhr, als am 27. Mai 1942 ein Attentat auf ihn verübt wurde.

Vladimir_Weiss/-/dpa

05.02.2021 13:55 Uhr

Der Gestapo-Beamte Heinz Pannwitz hat tatsächlich gelebt und sein Bericht über die Attentat-Ermittlungen diente der Autorin Laura Noll als Grundlage für den fesselnden Roman.

Im Mai 1942 verübt der tschechische Widerstand ein Attentat auf Reinhard Heydrich, den berüchtigten Nazi-Statthalter in der besetzten Tschechoslowakei. Der Gestapo-Beamte Heinz Pannwitz wird mit der Leitung einer Sonderkommission zur Aufklärung des Mordanschlages beauftragt.

Während es Pannwitz vor allem um die polizeiliche Ermittlungsarbeit geht, will die NS-Führung Stärke demonstrieren und ordnet Vergeltungsmaßnahmen an. Pannwitz muss schnellstens die Täter präsentieren, um Unschuldige vor der deutschen Rache zu schützen.

Laura Noll greift in „Der Tod des Henkers“ eine heikle Thematik auf, wie sie im Nachwort selbst schreibt. Nämlich einen der Täter, einen Gestapo-Offizier, als Hauptperson und Ich-Erzähler agieren zu lassen und damit menschlich zu machen. Pannwitz hat tatsächlich gelebt und sein Bericht über die Attentas-Ermittlungen dient als Grundlage für den Roman. Noll gelingt dieser schwierige Spagat recht gut, denn Pannwitz war kein fanatischer Nazi, sondern zunächst einmal Polizist und hat versucht, sich eine moralische Unabhängigkeit zu bewahren.

Laura Noll: Der Tod des Henkers, Gmeiner Verlag, Meßkirch, 416 Seiten, 18,00 Euro, ISBN 978-3-8392-2700-8

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