Erich-Fried-Preis für Esther Kinsky

Die Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky wurde mit dem Erich-Fried-Preis 2021 ausgezeichnet.
Die Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky wurde mit dem Erich-Fried-Preis 2021 ausgezeichnet.

Georg Hochmuth/APA/dpa

09.05.2021 13:38 Uhr

Im Andenken an den Lyriker Erich Fried (1921-1988) wird in Wien jährlich ein Literaturpreis verliehen. In diesem Jahr erhält ihn die Autorin Esther Kinsky.

Die deutsche Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky ist mit dem Erich-Fried-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am Sonntag in Wien statt, wenige Tage, nachdem der Dichter Erich Fried 100 Jahre alt geworden wäre.

Jurorin Maja Haderlap würdigte Kinsky als Schriftstellerin, die Naturerscheinungen und scheinbar Unwichtiges ins Zentrum rücke, und die sich der Fremde widme: „Der Fremde als existenzieller, menschlicher Erfahrung, der Fremde zwischen benachbarten Sprachen und Literaturen.“ Kinsky zeigte sich bei der Verleihung gerührt über die Würdigung ihres Werks.

Kinsky (64) schreibt Romane und Lyrik. Zuletzt erschien 2020 ihr Gedichtband „Schiefern“. Die aus Engelskirchen im Bergischen Land stammende Autorin ist auch als literarische Übersetzerin aus dem Englischen, Russischen und Polnischen bekannt, unter anderem für die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Kinsky lebt in Friaul, Berlin und Wien.

Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird jährlich im Andenken an Erich Fried (1921-1988) vergeben. Er floh als Teenager aus Wien nach London, nachdem sein Vater von der Gestapo getötet worden war. Der bedeutende Lyriker und Übersetzer stand der linken Studentenbewegung der 60er Jahre nahe. Mit „Was es ist“ schuf er eines der bekanntesten deutschen Liebesgedichte.