Kasperski-Krimi: Im Nachthemd tot am Strand

Raue Atlantik-Küste, kräftige Stürme, liebliche Strände - das ist die Kulisse für Gabriela Kasperskis turbulente Kriminalgeschichte. «Bretonisch mit Aussicht» ist bereits der zweite Fall der umtriebigen Schweizer Buchhändlerin Tereza.
Raue Atlantik-Küste, kräftige Stürme, liebliche Strände - das ist die Kulisse für Gabriela Kasperskis turbulente Kriminalgeschichte. «Bretonisch mit Aussicht» ist bereits der zweite Fall der umtriebigen Schweizer Buchhändlerin Tereza.

Emons Verlag/dpa

11.05.2021 16:39 Uhr

Ein Toter am Strand, eine verschwundene Nonne und eine vergiftete Fischsuppe - das sind die Zutaten für den neuen Bretagne-Krimi der Schweizerin Gabriela Kasperski.

Er sollte gerade noch als bretonischer Nationalheld geehrt werden, doch nun liegt der 95-jährig Bernard Sonnett im Nachthemd tot am Strand. Ist der ehemalige Admiral auf dem schmalen Küstenwanderweg unglücklich gestürzt – oder war es am Ende Mord?

In Camaret-sur-Mer ist die Aufregung groß. Und ins Fadenkreuz der polizeilichen Ermittlungen gerät unversehens auch Tereza Berger, die als Erste auf den Toten stößt. Doch das ist erst der Anfang eines spannenden und temporeichen Kriminalfalls am „Ende der Welt“.

In das beschauliche Städtchen Camaret-sur-Mer ist wegen der geplanten Festlichkeiten auch ein TV-Team eingetroffen. Schließlich soll auch die bretonische Berühmtheit Armelle gemeinsam mit dem Chor der Bergamotte auftreten. Doch bei einem Essen im Kloster streckt eine offenbar vergiftete Fischsuppe die Nonnen und nahezu die gesamte Crew fast dahin. Für Kommissar Mahon gerät nun auch eine wie vom Erdboden verschwundene Nonne in Verdacht.

Raue Atlantik-Küste, kräftige Stürme, liebliche Strände unter einem schier unendlichen Himmel – das ist die Kulisse für Gabriela Kasperskis turbulente Kriminalgeschichte. „Bretonisch mit Aussicht“ ist bereits der zweite Fall der umtriebigen Schweizer Buchhändlerin Tereza am äußersten Zipfel des Finistère.

Mit detektivischem Spürsinn und viel Beharrlichkeit gelingt es der Protagonistin selbst auf verschlungensten Pfaden, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ihre Nachforschungen führen die ambitionierte Buchhändlerin auch weit in die Vergangenheit zurück. Schließlich rückt eine versteckte und Sagen umworbene Grotte in den Fokus.

Kasperski erzählt die facettenreiche Geschichte, die immer wieder mit spannenden und überraschenden Wendungen aufwartet, mit viel Schwung, Tempo und einer gelungenen Portion Ironie. Mit viel Lokalkolorit, einem illustren Set und schönen, aber nicht überschwänglichen Landschaftsbeschreibungen geschmückt, entführt die Geschichte die Leserinnen und Leser in die raue und so besondere Atmosphäre der Bretagne.

Nach „Bretonisch mit Meerblick“ ist „Bretonisch mit Aussicht“ bereits der zweite Kriminalroman der Schweizer Autorin. Und es dürfte nicht der letzte sein, dafür bleiben noch zu viele Fragen um die Protagonistin offen. Die wildromantische Bretagne als meist geheimnisvolle Kulisse und Ideen-Pool hat für Krimis derzeit zwar Konjunktur. Gegen die wachsende Konkurrenz dürfte sich Kasperski und ihre Hobby-Detektivin Tereza allerdings mit Schwung und viel Frauenpower behaupten.