Bühnenverein sieht Bewusstseinswandel in Theatern

Ansicht der Volksbühne am Abend.
Ansicht der Volksbühne am Abend.

Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa

01.05.2021 10:34 Uhr

In der Theaterlandschaft wächst eine neue Generation heran, die eine andere Sicht auf die Dinge mitbringe, so der Deutsche Bühnenverein. Das zeigen einige aktuelle Beispiel, die für Aussehen sorgten.

Der Deutsche Bühnenverein sieht einen Bewusstseinswandel in der Theaterlandschaft. In der Öffentlichkeit war zuletzt mehrfach über Diskriminierung an Theatern diskutiert worden.

„Ich habe den Eindruck: Da kommt eine Menge in Gang“, sagte der Geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne der Deutschen Presse-Agentur. Das habe sicherlich auch mit einem Generationenwechsel zu tun.

Es komme eine neue Generation von Künstlerinnen und Künstlern in die Häuser, sagte Grandmontagne. Sie hätten ein anderes Hinterfragen von Strukturen und Hierarchien, vielleicht auch eine größere Bereitschaft ins Risiko zu gehen. Zudem sei eine Sensibilisierung zu verzeichnen, etwa im Hinblick auf Diversität, Rassismus, Genderfragen.

Am Düsseldorfer Schauspielhaus sollen Rassismusvorwürfe mit externer Hilfe aufgearbeitet werden. Das Ensemblemitglied Ron Iyamu hatte kritisiert, rassistische und sexistische Strukturen seien am Schauspielhaus ein Dauerzustand. An der Berliner Volksbühne war der Intendant nach Vorwürfen mehrerer Frauen zurückgetreten. Am Berliner Maxim Gorki Theater wird übers Arbeitsklima diskutiert.

Grandmontagne sieht eine Verschiebung an Theatern und hofft auf einen offeneren Umgang. „Was uns immer wieder begegnet, ist die Äußerung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sagen, es gebe eine große Angst, solche Dinge anzusprechen“, sagte Grandmontagne. Er hoffe, dass man aus den Dingen, die jetzt passierten, lerne. „Dass wir an jedem Haus, an jedem Theater in eine Kultur des Dialogs reinkommen.“