Dienstag, 15. Mai 2018 11:02 Uhr

Gil Ofarim schikaniert und angefeindet

Gil Ofarim berichtet von schockierenden Antisemitismus-Erlebnissen. Der Sänger, der gerade seinen Vater Abi Ofarim verlor, war am Montag (14. Mai) in der Talkshow ‚Hart aber fair‘ von Frank Plasberg zu Gast.

Gil Ofarim schikaniert und angefeindet

In der Sendung wurde ein äußerst aktuelles und alarmierendes Problem diskutiert: ‚Wie kann das noch sein: Judenhass in Deutschland?‘ Erst kürzlich kam es in Berlin zu einem antisemitischen Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli. „Für mich ist das nichts Neues. Für mich ist das Alltag. Ich kenne das auch aus einer Stadt wie München“, lautet das offene Geständnis des ‚Let’s Dance‘-Gewinners dazu.

In der Schule sei er aufgrund seiner Religion regelrecht schikaniert worden. Der Star habe „Hakenkreuze auf der Schulbank“ und Hundekot im Briefkasten ertragen müssen.

Gil Ofarim schikaniert und angefeindet

Zu Gast bei Frank Plasberg: v.l.n.r. Melody Sucharewicz (Kommunikationsberaterin; ehemalige Sonderbotschafterin Israels), Gil Ofarim (Musiker und Schauspieler) und Uwe-Karsten Heye (Autor und Publizist; Vorstandsvorsitzender des Vereins „Gesicht zeigen“). Foto: WDR/Dirk Borm

Beschimpfungen schon in der 5. Klasse

Ein Kommentar habe ihn dann aber ganz besonders schockiert und „sprachlos“ gemacht: „Ich werde nie vergessen, dass mir mal ein Mitschüler gesagt hat: […] ‚Ey, weißt du, dass Dachau nicht weit weg von hier ist?'“ Dieser Vorfall sei einfach „zu weit“ gegangen, „und das weiß schon ein Fünftklässler.“ Der 35-Jährige sagt, dass Antisemitismus traurigerweise schon immer Bestandteil der Gesellschaft gewesen sei: „Wir kultivieren in Deutschland eine Tradition des Wegsehens.“

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