01.04.2020 17:42 Uhr

Wegen Corona: 73.500 Hochzeiten können jetzt nicht stattfinden?

Foto: Halfpoint/Shutterstock

Es soll der schönste Tag des Lebens sein: die Hochzeit. Und wenn diese nun wegen der Corona-Krise reihenweise ausfallen muss? Dann weinen nicht nur Bräute, sondern eine ganze Branche. Experten rechnen mit mehr als 1,2 Milliarden Euro Schaden für Wedding-Dienstleister und Brautpaare.

Wie hoch ist der Schaden für Paare?

So hoch beziffert sich der wirtschaftliche Gesamtschaden, wenn über einen Zeitraum von drei Monaten keine Hochzeitsfeiern stattfinden können.

Eine vorsichtige Schätzung der Branchenexperten von der Service-Plattform “Hochzeitsplaza” ergibt, dass in diesem Jahr zwischen März und Mai etwa 73.500 Hochzeiten nicht wie geplant gefeiert werden können. Auf Brautpaare kommen durchschnittlich etwa 1.000 Euro Mehrkosten durch Stornogebühren und Terminverschiebungen zu. Auf die geschätzte Zahl von 73.500 Hochzeiten allein von März bis Mai 2020 sind das in Summe gut 74 Millionen Euro für die Paare.

Brautkleid-Branche leidet besonders

Deutlich härter wird es die Dienstleister rund um den schönste Tag des Lebens treffen – am schlimmsten die Brautausstatter. Die Schließung aller Ladengeschäfte vor Ort trifft die Brautmodegeschäfte besonders hart, da sie die meisten Kleider über das Erlebnis der Brautkleid-Anprobe verkaufen. Erschwerend kommen Lieferschwierigkeiten durch weltweite Fabrikschließungen hinzu, welche die Vertragserfüllung bei bereits bestellten Brautkleidern teils unmöglich machen.

60 Millionen Euro Schaden

Die meisten Brautkleider werden zu einem Preis zwischen 500 Euro bis 2.000 Euro verkauft. Geht man davon aus, dass eine Braut im Mittel 1.250 Euro für ihr Kleid ausgibt, liegt der geschätzte Schaden im Brautkleid-Einzelhandel bei mindestens 50.000 nicht gekauften oder bezahlten Kleidern bei 60 Millionen Euro.

Nicht alle werden die Krise überleben

Der wirtschaftliche Schaden wird in erster Linie Selbstständige oder kleine Unternehmen treffen, die einen Großteil ihrer Umsätze durch Hochzeiten in und um die Hochzeitssaison erwirtschaften.  Mathias Krüger, Geschäftsführer von Hochzeitsplaza, sagte dazu: „Es ist leider zu befürchten, dass nicht alle durch die Krise kommen und dadurch die Vielfalt an Hochzeitsangeboten abnimmt“.