04.11.2020 16:51 Uhr

Blogger-Start mit WordPress

Wer bloggen möchte, kommt um den Website-Baukasten Wordpress kaum herum: Es ist die meistgenutzte Veröffentlichungs-Plattform im Internet. Kann man sich schnell mit ihr anfreunden?

Christin Klose/dpa-tmn

Im Netz präsent zu sein, mit einer eigenen Seite oder einem eigenen Blog, ist kinderleicht geworden. Software wie dem Blog- und Seitenbaukasten WordPress sei Dank. Dieser ist so beliebt, das inzwischen nicht mehr nur Privatleute, sondern selbst Unternehmen darauf setzen.

Ursprünglich entwickelt wurde WordPress aber für Blogger. Ein persönlicher Blog lohne sich für jeden, der sein Wissen und seine Gedanken teilen möchte, meint der Medientechnik-Ingenieur und WordPress-Experte Florian Simeth. Darin sieht er auch einen allgemeinen Nutzen: „Auf der Welt gibt es irgendwo einen Menschen, der schon einmal das gleiche Problem gehabt und seine Lösung online geteilt hat“. Solche Inhalte finde man besser über Suchmaschinen und Blogs als über soziale Medien.

Gestaltet wird WordPress mit Hilfe sogenannter Themes. Simeth beschreibt sie als Layout-Vorschläge, von denen mittlerweile Tausende verfügbar sind – viele kostenlose, aber auch kostenpflichtige von Drittanbietern. Da finde sich etwas für jeden Bedarf, denn auch Onlineshops und Bezahlsysteme ließen sich durch entsprechende Themes und zusätzliche Plug-ins umsetzen.

Zwei WordPress-Varianten

Doch wie fängt man an? Zu Beginn mag verwirren, dass es zwei Varianten gibt: das kostenlose WordPress.org und das kostenpflichtige WordPress.com. Den Unterschied erklärt der Webseiten-Entwickler Torsten Landsiedel damit, dass WordPress ursprünglich als Open-Source-Projekt ins Leben gerufen wurde und auch heute noch als solches auf WordPress.org angeboten wird – wo es von Freiwilligen – darunter auch Landsiedel selbst – gepflegt wird.

WordPress-Miterfinder Matt Mullenweg gründete aber auch seine eigene Firma namens Automattic, die unter WordPress.com eine kostenpflichtige Komplettlösung samt Webhosting anbietet. Welches Variante man wählt, hängt davon ab, wie viel Zeit, Geld und technisches Verständnis man hat. „Auf WordPress.com werden einem alle technischen Herausforderungen abgenommen. Es muss sich nicht um Backups, Updates und dergleichen gekümmert werden“, erklärt Landsiedel. Allerdings habe diese Variante Einschränkungen, die nicht oder nur durch mehr Geld umgangen werden können.

Alternativ könne die Software von WordPress.org frei heruntergeladen und auf eigenem Webspace oder auf einem eigenen Server installiert werden, fährt Landsiedel fort: „Eine eigene Installation hat keine Beschränkungen dieser Art. Dafür muss sich aber nun um alles selbst gekümmert werden, sofern der Hoster dies nicht macht“. Wer nur einen Blog oder eine digitale Visitenkarte möchte, dem empfiehlt Landsiedel die Komplettlösung von WordPress.com.

Eine Flut an Infos

Wer sich in WordPress einfuchsen möchte, könne auf ein riesiges Angebot kostenloser Infos im Netz und bei Fachbuchverlagen zurückgreifen. Abraten würde Landsiedel jedoch von Youtube-Videos, da dort oft nur begrenztes Laienwissen gestreut werde. Einen guten Einstieg biete die offizielle deutsche WordPress-Website.

Aber was macht eigentlich einen erfolgreichen Blog aus? Werner Langfritz, der WordPress-Onlineseminare anbietet, hat dafür Tipps parat: Zuerst sei es wichtig, die eigenen Ziele zu definieren. „Versuchen Sie, sich als Experte auf Ihrem Gebiet zu etablieren? Versuchen Sie, Ihr Geschäft zu fördern? Wollen Sie einfach nur zum Spaß einen Blog betreiben und Ihre Ideen und Meinungen auszutauschen?“

Der Erfolg eines Blogs hänge nicht nur davon ab, die Erwartungen der Zielgruppe zu erfüllen, sondern auch von der Vernetzung und dem Austausch mit anderen Bloggern. „Ihr Blog, in der Gestaltung und dessen Inhalt, sollte konsequent ein Markenimage und eine Nachricht kommunizieren“, erklärt Langfritz.

Sichtbarkeit erzeugen

Dafür sei es auch erforderlich, Sichtbarkeit zu erzeugen, etwa in den sozialen Medien oder auch per Suchmaschinenoptimierung (SEO). Langfritz empfiehlt, SEO-Plugins wie Yoast SEO zu verwenden und darauf zu achten, dass das gewählte Theme SEO-freundlich ist.

Und es gibt auch Rechtliches zu beachten: Florian Simeth erklärt, dass bei Gewinnabsichten ein Impressum auf der Seite verpflichtend sei. Mittlerweile gehöre es aber allein schon aus Vertrauensgründen auch bei privaten Hobby-Projekten zum guten Ton.

Daneben müsse eine Datenschutzerklärung vorhanden sein, wenn Daten von Blog-Besucherinnen und -Besuchern verarbeitet werden, so Simeth. Das sei beispielsweise schon der Fall, sobald ein Youtube-Video eingebunden wird, das Daten an Google übermittelt.

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