Montag, 10. September 2018 18:35 Uhr

Daniel Küblböck: Keine Spur – Suche eingestellt

Heute um 11 Uhr Ortszeit wurde die Suche nach Daniel Küblböck eingestellt. Ein Sprecher der kanadischen Küstenwache erklärte gegenüber ‚Bild.de‘: „Da es kein Zeichen von Herrn Küblböck gab, mussten wir diese harte Entscheidung treffen – aufgrund der geringen Überlebenschance und der niedrigen Wassertemperatur.“

Daniel Küblböck: Keine Spur - Suche eingestellt

Suche nach Daniel Küblböck: Die Hoffnung schwindet. Foto: Fredrik von Erichsen

Der 33-Jährige soll vor Kanada bei einer Kreuzfahrt über Bord gegangen sein. Seine Schauspielschule weist derweil Mobbing-Vorwürfe zurück. (wir berichteten). Fassen wir die Ereignisse des Tages zusammen:

Die Suche nach dem vor Kanada in den Atlantik gestürzten Sänger und früheren TV-Star Daniel Kaiser-Küblböck ist am Montag ergebnislos geblieben und wurde eingestellt. Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag in der Labrador See, etwa 185 Kilometer nördlich von St. John’s/Neufundland, über Bord gegangen. Die Wassertemperatur beträgt dort nur etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liegt die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden.

Quelle: instagram.com

Vor 16 Jahren schneller Ruhm

Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die begründete Annahme, dass der privat an Bord befindliche Kaiser-Küblböck absichtlich gesprungen sei. Als Daniel Küblböck war der damalige Teenager mit der ersten Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) vor bald 16 Jahren berühmt geworden.

Die zuletzt von Kaiser-Küblböck besuchte Berliner Schauspielschule wies Mobbing-Vorwürfe zurück. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Netz-Eintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen getan zu haben.

An der Schulter seines Mentors Dieter Bohlen lacht Daniel Küblböck im Mai 2003 zu Beginn einer Pressekonferenz zu „Deutschland sucht den Superstar“. Foto: Boris Roessler

Bohlen entschuldigt sich

Über seinen früheren Schützling sagte DSDS-Chefjuror Dieter Bohlen (64): „Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm.“

Viel Kritik bekam Bohlen zunächst für den Kapuzen-Pullover, den er bei einem ersten Statement trug: „Be one with the Ocean“ (Sei eins mit dem Ozean) stand darauf. Später entschuldigte er sich, nachdem er nach eigenen Angaben stundenlang in einem Flugzeug gewesen sei: „Das ist völlig falsch rübergekommen“, sagte er in blauem Polo-Shirt ohne Spruch-Aufdruck.

Das Kreuzfahrtschiff „Aidaluna“ am Ostseekai in Kiel. Foto: Carsten Rehder

Auch die ‚Daily Mail‘ – die weltgrößte Boulevardzeitung im Netz – berichtete über den Fall.

Überlebenschancen gering

Zur Situation eines über Bord gegangenen Menschen sagte Christian Stipeldey, Seenotrettungsexperte bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), der Deutschen Presse-Agentur: „Eine Mensch-über-Bord-Situation stellt immer eine lebensgefährliche Situation dar.“

Es gehe um den körperlichen Zustand – also darum, wieviel Energie man habe, die man dringend brauche. Zudem hänge alles auch vom psychischen Überlebenswillen ab – also etwa davon, ob die Situation abgeklärt eingeschätzt werden könne, ob Erfahrung mit der See vorliege oder ob man besonders hektisch reagiere und denke, man müsse sich mit Schwimmbewegungen krampfhaft warmhalten. „Das wäre nämlich der erste Trugschluss und man würde sehr viel Energie verbrennen, die man vielleicht später noch braucht.“

Daniel Küblböck und Profitänzerin Otlile Mabuse in der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“. Foto: Rolf Vennenbernd

Stipeldey sagte weiter, es gebe bestimmte Faktoren dafür, wie erfolgreich die Suche im Meer sein könne. „Das liegt an Wetter-, Wind- und Strömungsverhältnissen, aber auch an der Tatsache, wie genau man den sogenannten Suchgebietsmittelpunkt, den wahrscheinlichsten Aufenthaltsort eines über Bord gegangenen Menschen, bestimmen kann.“

Scheitern beim Vorentscheid zum ESC

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm, wurde 2002/03 mit „DSDS“ bekannt. Er wurde damals Dritter hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann, bekam aber nicht zuletzt wegen seiner aufgekratzten Art viel Medienaufmerksamkeit.

Anfang 2004 war er dann einer der Teilnehmer der ersten Staffel des RTL-Dschungelcamps „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Damals wurde er in fünf von zwölf Ekel-Prüfungen geschickt. Andere Teilnehmer dieser Staffel waren die Kabarettistin Lisa Fitz, die Moderatorin Caroline Beil und der Sänger Werner Böhm. Sieger wurde damals Costa Cordalis.

Vor vier Jahren bewarb sich Kaiser-Küblböck vergeblich mit dem Lied „Be A Man“ um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ teil. Zuletzt lebte der 33-Jährige in Berlin und Palma de Mallorca.

Jetzt ist der Fall der kanadische Polizei übergeben worden. Küblböck wurde nunmehr als vermisste Person eingestuft. (dpa/KT)

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