Montag, 22. Januar 2018 17:23 Uhr

Dieter Wedel im Krankenhaus: Erklärung verbreitet

Dieter Wedel legt sein Amt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele nieder. Der Rücktritt steht im Zusammenhang mit den kürzlich erhobenen Vorwürfen gegen den Star-Regisseur.

Dieter Wedel im Krankenhaus: Erklärung verbreitet

Foto: Becher/WENN.com

Der 75-Jährige könne seine Aufgaben für die Theater-Festspiele nicht weiter wahrnehmen, erklärte eine Sprecherin Wedels am Montag. „Derzeit befindet sich Dieter Wedel in einem Krankenhaus. Nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen ist er gesundheitlich angeschlagen.“ Im „Zeit-Magazin“ hatten mehrere Schauspielerinnen schwere Vorwürfe gegen den Regisseur erhoben, die bis hin zum erzwungenen Sex reichten. Wedel widersprach den Anschuldigungen per eidesstattlicher Erklärung.

In einer heute verbreiteten persönlichen Stellungnahme von Dr. Dieter Wedel heißt es: „Seit mehr als zwei Wochen sehe ich mich einer nicht enden wollenden Flut schwerster, öffentlich in den Medien erhobener Anschuldigungen und Vorwürfen ausgesetzt. Der Umfang und die Art und Weise dieser Beschuldigungen haben mich zutiefst verstört und erschüttert. Und auch die Tatsache, dass es nicht aufhört.“ Die Vorwürfe lägen teilweise über 20 Jahre und mehr zurück, heißt es weiter. „Für mich wichtige Zeugen, die zu meiner Entlastung beitragen könnten, sind tot. Wer die Verjährung abwartet, dem muss doch klar sein, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit vieles im Ungefähren bleibt und erhebliche Erinnerungslücken nicht auszuschließen sind.“

Thema „Machtmissbrauch“

In der Presseerklärung heißt es ferner: „Als außenstehender Zeitungsleser würde ich angesichts der schweren Vorwürfe auch an meiner Person zweifeln. Die Tatsache, dass die Anschuldigungen sich so sehr ähneln, scheint für ihren Wahrheitsgehalt zu sprechen. Aber diese Ähnlichkeiten müssen sich aufdrängen, wenn die Befragten vorher über die Anschuldigungen gegen mich informiert und auch entsprechend befragt werden. Das Thema ‚Machtmissbrauch‘ halte ich für überaus relevant und habe begrüßt, dass es in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Ich habe mir aber niemals vorstellen können, dass die Debatte auch irgendwann mich einmal betreffen könnte. Ich verabscheue jede Form von Gewalt, gegen Frauen ebenso wie gegen Männer.“

Stets habe Wedel versucht, „die Leistung von Schauspielern zu verbessern, denn es ist meine Überzeugung, dass das auch in ihrem Interesse ist. Viele sind mir dafür dankbar und haben mir das auch jetzt noch bestätigt. Andere habe ich offenbar zu sehr strapaziert oder gar seelisch verletzt, was mir sehr leid tut.“

Klima der Vorverurteilung

In der ausführlichen Erklärung heißt es weiter: „In diesem Klima der Vorverurteilung, der sogenannten „Verdachtsberichterstattung“, die auf keine erwiesenen Fakten gestützt sein muss, kann ich den Kampf um meine Reputation nicht gewinnen – weder mit juristischen Mitteln noch mit medialen Stellungnahmen. Es gibt belastende Hinweise, die die Glaubwürdigkeit vermeintlicher Zeugen erschüttern. Es haben sich bei mir und meinem Anwalt Menschen gemeldet, die dafür einstehen wollen, um dem Gemisch aus Gerüchten, Unterstellungen, Vermutungen und Anschuldigungen Substanzielles entgegenzusetzen. Doch was bringt es am Ende? Außer vielleicht der Erkenntnis, dass inzwischen auch nach Eintritt der Verjährung allein schon der Verdacht genügt, um jedermann zu jedem beliebigen Zeitpunkt an den medialen Pranger zu stellen.“

Wedel kündigte an, sich nicht mehr öffentlich äußern zu wollen.

Wedel war im Herbst 2014 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele geworden. Seine Aufgaben soll vorerst Wedels bisheriger Stellvertreter Joern Hinkel übernehmen. (dpa/KT)

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