Freitag, 2. Februar 2018 15:25 Uhr

Dieter Wedel: Öffentliche Debatte geht im TV weiter

Eine frühere Schauspielerin, die dem Regisseur Dieter Wedel sexuelle Übergriffe vorwirft, ist von vielen Reaktionen „erschüttert“. Und das ZDF hat seine Untersuchungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen.

Die frühere Schauspielerin und heutige Yoga-Lehrerin Patricia Thielemann, die dem Regisseur Dieter Wedel (75) sexuelle Übergriffe vorwirft, ist von vielen Reaktionen „erschüttert“. Sie habe einen Shitstorm bei Facebook bekommen und sei in Medien ständig kritisiert worden. „Das war eine verdammt schwere Zeit und zeigt, dass diese Debatte dringend geführt werden muss“, sagte Thielemann am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“. „Wenn selbst mir nicht geglaubt wird: Wie sollen sich Frauen, die in dem Beruf noch arbeiten, jemals an die Öffentlichkeit trauen?“

Vorwürfe von mehreren Frauen

Mehrere Frauen werfen Wedel vor, sie während der gemeinsamen Arbeit sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. Der Regisseur wies alle Anschuldigungen zurück. Thielemann, die mittlerweile als Yoga-Lehrerin arbeitet, erklärte: „Ich hätte mich damals nie getraut, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil mir sowieso niemand geglaubt hätte.“

Das ZDF hat bei seinen Untersuchungen bisher nach eigenen Angaben keine schriftlichen Hinweise gefunden, die die Vorwürfe sexueller Übergriffe bestätigen würden. Er sei aber noch nicht beruhigt, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut in der ZDF-Talkshow. Sein Haus untersuche den Fall „jetzt noch genauer“ und werde diese Nachforschungen „in einigen Tagen“ vorerst abschließen können.

„Wenn wir etwas finden, werden wir das natürlich transparent machen“, so Bellut. Der Sender habe bereits erste Mails, „auch von Schauspielerinnen“, erhalten, sagte der Senderchef. Letztere wollten anonym bleiben, aber „genau berichten“. Wedel hatte für das ZDF bei den Mehrteilern „Der große Bellheim“ und „Der Schattenmann“ Regie geführt. Auch andere Sender kündigten Untersuchungen an. Wedel hatte vor kurzem eine längere Erklärung zu den Vorwürfen veröfentlichen lassen.  (dpa)

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