Donnerstag, 18. Januar 2018 17:41 Uhr

Dieter Wedel wehrt sich gegen „Berichterstattungs-Tsunami“

Regisseur Dieter Wedel fühlt sich „auf der Basis nicht bewiesener Anschuldigungen öffentlich an den Pranger gestellt“, lässt dieser über seinen Anwalt verbreiten. Sein kursiert seit Anfang dieses Jahres im Zuge der MeToo-Debatte.

Dieter Wedel wehrt sich gegen "Berichterstattungs-Tsunami"

Regisseur Dieter Wedel. Foto: Swen Pförtner

„Offenkundig ist durch den provozierten „Berichterstattungs-Tsunami“ über unsern Mandanten jedes Maß an Rechtsstaatlichkeit verloren gegangen“, ließ Wedel („Der große Bellheim“, „Der Schattenmann“) in Hamburg heute über den Rechtsanwalt Michael Philippi der Deutschen Presse-Agentur mitteilen. „Hier wird mehr oder minder bekannten Schauspielerinnen, legitimiert und befeuert durch die ‚MeToo-Debatte‘, medial ein uneingeschränktes Forum für subjektiv begründete Unterstellungen geboten.“

Der Grundsatz der Unschuldsvermutung werde unterlaufen und außer Kraft gesetzt, Wedel werde „auf der Basis nicht bewiesener Anschuldigungen öffentlich an den Pranger gestellt“, hieß es in der Mitteilung weiter. Es sei an der Zeit, „wieder rechtsstaatliche Grenzen“ auch für sogenannte Verdachtsberichterstattung zu ziehen.

„Absurd, wenn dieser Job als reine Schikane dargestellt wird“

Zuletzt erschien in der Wochenzeitung „Die Zeit“ ein Interview mit Iris Berben, in dem diese erzählt, Wedel habe sie Ende der 70er Jahre am Set der Fernsehserie „Halbzeit“ gedemütigt, nachdem sie eine Einladung zum Essen abgelehnt habe. Er habe sie dann am Set eine Szene „sicher mehr als dreißig Mal“ wiederholen lassen.

Wedel ließ seinen Anwalt mitteilen: „Im Übrigen besteht die Zusammenarbeit zwischen einem Regisseur und Schauspielern darin, einen Text einzustudieren und wenn es nötig ist, solange zu repetieren, bis der Schauspieler seine Höchstleistung bringt.“ Es sei „absurd, wenn diese Arbeit nun als reine Schikane dargestellt und in einen Kontext mit subjektiv empfundenen angeblich zurückgewiesenen „Avancen“ gegenüber Schauspielerinnen gestellt wird“.

Wedels Name kursiert seit Anfang 2018 im Zuge der MeToo-Debatte. Im „Zeit-Magazin“ erhoben mehrere Schauspielerinnen schwere Vorwürfe gegen den Regisseur, die bis hin zum erzwungenen Sex reichten. Wedel widersprach den Anschuldigungen per eidesstattlicher Erklärung. Mit dem Schlagwort #MeToo (deutsch: Ich auch), das in den USA aufkam, berichten seit vergangenem Jahr Frauen und Männer weltweit von Übergriffen. Oft richteten sich die Vorwürfe gegen Prominente. (dpa)

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