Samstag, 3. März 2018 14:08 Uhr

Jördis Triebel: Es wird viel zu wenig berlinert!

Die gebürtige Berlinerin Jördis Triebel ist bekennender Fan der schroffen Mundart. Sie wünscht sich allerdings, dass wieder mehr Leute Berlinerisch sprechen – ganz frei Schnauze sozusagen.

Jördis Triebel: Es wird viel zu wenig berlinert!

Die Berlinerin findet, dass zu wenig berlinert wird. Foto: Sven Hoppe

Schauspielerin Jördis Triebel („Dark“/Netflix) hätte nichts dagegen, wenn mehr Menschen den Berliner Dialekt benutzen würden. „Es wird einfach zu wenig berlinert da draußen“, sagte die 40-Jährige heute im Interview mit der „Berliner Zeitung“.

Sie selbst habe ihren Dialekt (der ja oft auch als prollig kritisiert wurde) auch abgelegt, als sie am Theater in Bremen gearbeitet habe. „Ich wollte nicht, dass das ein Markenzeichen wird. Wenn ich Berliner Freunde treffen, berlinern wir, aber jetzt kommt es mir so vor, als würde ich so tun, als wär ich Berliner.“ Mit ihren beiden Kindern spreche sie viel im Dialekt: „Und ich find das so süß, wenn die berlinern“, sagte Triebel, die in Ost-Berlin geboren wurde und jüngst auch in der Serie „Babylon Berlin“ zu sehen war.

Jördis Triebel: Es wird viel zu wenig berlinert!

Jördis Triebel als Kreisschulrätin Kessler. Foto: Studiocanal GmbH/ Julia Terjung

Das schweigende Klassenzimmer

In „Das schweigende Klassenzimmer“ (seit dieser Woche im Kino), das auf wahren Ereignissen basiert, erzählt Regisseur Lars Kraume von Schülern in der DDR, die nach einer selbst initiierten Schweigeminute plötzlich als Staatsfeinde dastehen.

1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt entsteht spontan die Idee im Unterricht eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten.

Doch die Geste zieht viel weitere Kreise als erwartet: Während ihr Rektor (Florian Lukas) zwar zunächst versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR. Der Volksbildungsminister (Burghart Klaußner) verurteilt die Aktion als eindeutig konterrevolutionären Akt und verlangt von den Schülern innerhalb einer Woche den Rädelsführer zu benennen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert… (dpa/KT)

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