„Bachelor in Paradise“: Warum auch Frauen Fuckboys sein können

Serena ShtreziSerena Shtrezi | 09.11.2021, 21:46 Uhr
„Bachelor in Paradise“: Warum auch Frauen Fuckboys sein können
„Bachelor in Paradise“: Warum auch Frauen Fuckboys sein können

Foto: RTL

Wer die aktuelle Staffel Bachelor in Paradise gerade verfolgt weiß, dass es vor allem bei Herzensbrecher Serkan und der verliebten Samira zu vielen Reibereien kam, weil Serkan sich nicht für sie entscheiden konnte, obwohl sie mit ihm Sex hatte.

Aber nicht nur die Männer, wie Serkan oder Lorik können gekonnt ihren Charme spielen lassen, um die sensibelsten unter den Frauen um den Finger zu wickeln. Sogenannte „Fuckboys“ gibt es nämlich auch in der Welt der Frauen.

Carinas emotionale Spielchen

Also zu Anfang kommt einem Carinas zurückhaltende Art schon fast menschlich und sympathisch vor, zwischen den ganzen wollüstigen TV-Darstellern. Doch vor allem in der 4. Folge kristallisiert sich langsam heraus, was für ein Typ Frau Carina ist. Man nennt sie auch: Die Cheerleaderin.

Sie achten sehr auf ihr Äußeres, sind immer top gestylt, wirken extrem kühl und unnahbar – und genau das zieht die Männer in ihren Bann. Denn die Unerreichbarkeit, die die Carinas dieser Welt ausstrahlen, weckt in ihnen den Jagdinstinkt. Wenn eine solches „Fuckgirl“ auf einen „Fuckboy“ trifft, gibt es entweder einfach ein heißes One-Night-Stand, oder einer der beiden kriegt doch Bindungssehnsucht und wird bitter enttäuscht.

Das sind dann die Kerle und Frauen, die einem immer wieder bei Dates erzählen, wie schlimm ihnen mal wehgetan wurde, dass sie mal von ihrer großen Liebe verarscht wurden – und dass ihr Herz seitdem hart wie ein Stein ist, sie niemanden mehr reinlassen und jetzt ganz dringend anderen wehtun müssen, um selbst nicht mehr verletzt zu werden.

Was soll das Theater mit Gustav?

Und dann kommen so Kerle wie Gustav oder Frauen wie Samira, die einfach die perfekten Opfer darstellen. Empathisch, mit Helfersyndrom, vielleicht noch eine kleine Prise Vater- bzw. Mutterkomplex dazu, et Voilà: Das Drama ist vorprogrammiert. Denn genau die Fehler, die Gustav seit Folge 1 mit Carina macht, begehen auch viele andere, die auf die „Cheeleader“ hereinfallen.

„Bachelor in Paradise“: Warum auch Frauen Fuckboys sein können

Foto: RTL

„Wenn ich sie/ihn nur genug Liebe, dann liebt er/sie mich bestimmt zurück“. Aber hier kommt die wichtige Message an alle Underdogs dieser Welt: Ihr kriegt die Hauptrolle nicht! Meistens wird eure Nettigkeit nur schamlos ausgenutzt, bis man euch so richtig am Haken hat, also echte Gefühle im Spiel sind. Und dann landet ihr entweder in der Friendzone, oder werdet für immer geghostet.

Will Carina nur eine Rose, oder mag sie Gustav wirklich?

Diese Frage hat sich eigentlich seit der neuesten Folge komplett erübrigt, denn als der heiße Zico einzieht, scheint Gustav schon wieder längst vergessen. Aber Carinas Spielchen konnte man schon seit Folge 1 beobachten: Zuerst hat sie sich Hals über Kopf in Brian verguckt, der gab ihr aber nicht die einer Cheerleaderin gebührende Aufmerksamkeit.

Und wenn der Cheerleaderin keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, hat sie retrospektiv sowieso nie Bock auf den Kerl gehabt – is eh nicht ihr Typ! Außerdem gibt‘s ja so viele andere heiße Kerle, denn auch Ioannis stellt in Folge 2 schon fest: Jeder will Carina.

Carinas Eiertanz zwischen Ioannis, Gustav, Brian und Zico

Mit Ioannis gibt‘s in Folge 3 dann auch ein heißes Date und auch wenn man den „Bachelorette-Blödling“ aus verschiedenen Gründen nicht leiden kann, hat man irgendwie doch auf ein Happy-End gehofft. Der Ioannis hat sich aber vor der Nacht der Rosen doch noch ziemlich verarscht gefühlt, so zwischen den Stühlen. Ihm ist nämlich zu Ohren gekommen, dass Carina doch noch auf Brian steht und eben noch mit Gustav Händchen gehalten hat.

Aber Carina kennt das alte Spiel der Liebe und so hat sie sogar den längst verflossenen Brian doch noch soweit manipuliert, dass er ihr die Rose gibt. Der Depp des Abends: Gustav.

Warum sich Frauen wie Carina immer einen Gustav warmhalten

Für Cheerleaderinnen und „Fuckgirls“ ist eines elementar wichtig: Aufmerksamkeit. Und die bekommen sie natürlich eher von Männern, weil sie wegen ihrer kühlen und arroganten Art nicht bei allen Frauen gut ankommen. Und weil ihnen die körperliche Aufmerksamkeit in Form von schnellem Sex nicht genug ist und das viele Männer auch nicht wirklich lange bei der Stange hält (vor allem keine Fuckboys, die sich nach dem ONS aus dem Haus schleichen), versuchen sie es über die emotionale Schiene.

Hier mal ein bisschen über den Arm streicheln, da mal ein Kommentar wie: „Ich verstehe mich mit keinem so gut wie mit dir“ (O-Ton Carina zu Gustav). Und so funktionieren Cheerleaderinnen wie Drogen: Immer so viel High erzeugen, dass die Lust nach mehr bleibt, aber keine Entzugserscheinungen auftauchen. Und so hängt auch Gustav wie ein treuer Hund an Carinas Fersen, schöpft bei jeder Umarmung wieder neue Hoffnung, weiß aber eigentlich ganz tief drin: Dieses Schmuckkästchen wird er nie öffnen dürfen. Welcome in the Friendzone.

Bachelor in Paradise wird nicht mehr im Fernsehen ausgestrahlt

RTL hat sich leider aufgrund der schlechten Zahlen dazu entschieden, die Sendung komplett aus dem TV-Programm zu streichen. Spannend ist die Sendung trotzdem allemal, deshalb lohnt sich das Schauen im Online-Streaming-Dienst von RTL+ (ehemals TVNOW). Dort wird jede Woche eine neue Folge bereitgestellt.